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Geronimo

 

Am 19.04.05 erhielten wir den Anruf einer Frau, die ein Kaninchen im Wald gefunden hatte. Ich fuhr hin und sah sofort, daß der kleine Kerl schwer krank war: Schiefhals. Weiter hatte er extrem lange Krallen (also wohl aus Käfighaltung), er war apathisch, stark abgemagert und ausgetrocknet. Warum man dieses arme Wesen ausgesetzt hatte, war klar: um Tierarztkosten zu sparen. Wenn er nicht gehalten wurde, kreiselte er so sehr, daß er sich unmöglich hätte ernähren und nicht einmal aus einer Pfütze hätte trinken können. Er wäre inmitten des Frühjahrsgrüns verhungert, verdurstet oder in einer Pfütze ertrunken.
Der Tierarzt hatte noch zu, also nahm ich das Zwergkaninchen mit zu mir. Erst einmal bekam er Traubenzuckerwasser, das er überdurstig aus der
Spritze nahm. Danach erhielt er einen Brei aus Critical Care und Baby-Brei. Haferflocken, die wir sonst gern zum Päppeln nehmen, ließ ich weg.
Bei einer Infektion mit Enzephalotozoon Cuniculi können die Nieren betroffen sein und dann sind Haferflocken nicht gut. Dann richtete ich
einen Käfig mit einem Pappkarton als Häuschen und weichen Decken auf dem Boden und an den Wänden ein. Am Nachmittag fuhr ich mit "Geronimo" (ich hoffte, daß dieser Zwerg ebenso tapfer kämpfen würde wie sein indianischer Namenvetter) zum Tierarzt. Da die Ohren in Ordnung waren, weder Lähmungen noch Kopfverletzungen zu finden waren, lautete die
Diagnose: Enzephalitozoon Cuniculi! Wir besprachen die Therapie: Vitamin B, Chloramphenicol, Panacur, Augensalbe für das Auge, das beim Rollen Berührung mit dem Boden hatte, sowie täglich 1 - 2 mal eine Injektion
mit Serumelectrolyt-Lösung mit Glukose. Weiter Zwangsernährung und zusätzliche orale Wassergaben. Mit Geronimo und all den Medikamenten fuhr ich nach Hause. Die nächsten Tage ging es erst einmal bergauf: Geronimo begann, selbständig zu essen und zu trinken und er kreiselte weniger. Am 4. Tag ging es ihm plötzlich sehr viel schlechter und über Nacht hatte er - obwohl er ja eh schon so dünn war - noch einmal 150 g abgenommen. Ich stopfte ihm ein Kissen in sein Häuschen, so daß er sich darin nicht mehr seitwärts drehen konnte. Er aß nichts mehr, trank
allerdings sehr viel (waren die Nieren bereits angegriffen?), wirkte völlig apathisch, die Augen verdrehte er ständig, und wenn er nicht in
seinem ausgepolsterten Karton saß, drehte er sich wie ein Kreisel um die Längsachse. Es war ein furchtbarer Anblick. Ich hatte schon gleich zu
Beginn mein Bett im Wohnzimmer bei ihm aufgeschlagen, doch nun war an Schlafen nicht mehr zu denken. Er kam nicht zur Ruhe, verließ daher immer wieder den Karton, um dann durch den Käfig zu rollen. Er hatte großen Durst, konnte aber nicht mehr allein aus dem Napf trinken. Also
verbrachten ich die Nächte damit, ihn gerade zu halten, damit er wenigstens etwas Ruhe fand, ihm Wasser und Brei mit der Spritze zu geben und ihn nun auch nachts noch einmal per Injektion zu bewässern. Als die erste Woche vorüber war, riet unser Arzt zum Einschläfern. Doch im Internet hatte ich gelesen, daß einige Kaninchen nach ca. 3 Wochen Therapie überlebt hatten. Also ließ ich ihm Cortison spritzen und wir machten weiter. In den folgenden 2 Wochen war ich selber zweimal kurz
davor, ihn erlösen zu lassen - zu schlecht ging es ihm. Doch jedes mal, wenn ich mir abends oder nachts sagte: "Morgen früh fahren wir zum Arzt,
es geht einfach nicht mehr.", entdeckte ich etwas an Geronimo, das mich zurückhielt. Beim ersten Mal kaute er morgens an einem kleinen Kohlrabiblatt. Beim zweiten Mal reagierte er das erste Mal seit Wochen auf mich: Er machte zwei gewollte und gut koordinierte Hoppler weg von mir (die ihm immer Spritzen gab und Medikamente einflößte). Also weiter.
Seine Fortschritte, die anfangs auch hätten zufällig oder Einbildung meinerseits hätten sein können, wurden immer augenscheinlicher und klarer erkennbar. Nach 22 Tagen setzte ich die Medikamente langsam ab und stellte auch die Zwangsernährung ein. Geronimo aß und trank von
allein, guckte mich aus klaren und ruhigen Augen an, peilte ein Ziel an und hoppelte darauf zu. Allerdings war seine Kopfschiefhaltung geblieben
und wenn er sich aufregt, macht er schon noch mal eine Längsdrehung.
An warmen Tagen setze ich ihn nach draußen in einen Auslauf, was er ganz offensichtlich toll findet. Auch vor mir hat er nicht mehr die starke
Angst ... ich quäle ihn ja auch nicht mehr.
Vor zwei Tagen stellte Geronimo das Essen ein und ich befürchtete einen Rückfall. Also griff ich sofort wieder zum Panacur und Päppelbrei. Doch
dann fiel mir auf, daß er seine geliebte rote Paprika zwar in den Mund nahm, sie aber dann wieder ausspuckte. Wir fuhren zum Tierarzt und ich
ließ seine Zähne kontrollieren. Und wirklich: Die Backenzähne auf seiner nach oben gerichteten Kopfseite waren zu lang und pieksten ihm in Zunge und Wange. Sie müssen gekürzt werden. Doch da er recht kopfscheu ist, will der Arzt ihn in Narkose legen, wovor ich große Angst habe. 
Allen Zweibeinern, die ebenfalls ein Schiefhalskaninchen pflegen und manchmal am Verzweifeln sind, möchte ich sagen: Ja, es ist eine
furchtbare Krankheit, es ist Quälkram für Tier und Mensch, es sieht fürchterlich aus und man leidet beim Anblick des Leids des kleinen Geschöpfes ganz schrecklich und ja, es kann auch tödlich enden. Doch es gibt eine Überlebenschance und wenn ich Geronimo in der Sonne liegen sehe, wie er sich genüsslich nur die besten Halme aus dem Rasen einverleibt oder neugierig auf die Katze zuhoppelt, dann bin ich dankbar, die Berichte über wochenlange Therapien im Netz gefunden und
nicht zu früh aufgegeben zu haben. Denn auch wenn Geronimo mit seinem schiefen Köpfchen etwas merkwürdig aussieht ... für ihn ist die Welt
wieder im Lot.
Liebe Grüße von Geronimo und Karen

 

Chucky

 

Ich möchte nicht allzuviel erzählen... der Tod meines Kleinen ist heute auf den Tag genau 4 Wochen her und ich bin immer noch nicht drüber hinweg.
Von einer auf die andere Sekunde hatte Chuck Lähmungserscheinungen der Hinterläufe. Ich bin sofort mit ihm zum Doc. Daraufhin wurde der Verdacht auf e.C. gestellt und alle Untersuchungen und Behandlungen unternommen. Das Blut wurde ins Labor eingeschickt und das Ergebnis mit 1:80 positiv war 2 Tage später da.
Er konnte überhaupt nicht mehr hoppeln und zog sich nur durch die Gegend bzw. lag einfach nur rum. In der Zeit hatte er noch eine Staphylokokkeninfektion und wurde auch deswegen noch behandelt.
Seine Partnerin habe ich auch testen lassen... aber etwas später, mit dem gleichen Ergebnis: positiv! Sie einen Titer von 1:648, allerdings ohne Symptome. Daraufhin wurde sie auch sofort mit Panacur mitbehandelt.
Leider habe ich in absoluter Panik die 2 getrennt, was sich im Nachhinein als unnötig herausstellte. Aber da E.C. hochansteckend ist, wusste ich mir nicht anders zu helfen. Sie hätte genauso negativ sein können und ich hätte sie sonst wissentlich in Gefahr gebracht! Nach einer Woche Trennung ist sie auf ihn losgegangen und eine Vergesellschaftung mit Stress bei Chucks Erkrankung konnte ich ihm nicht zumuten.
Da Chucky vollends gelähmt war und sich demnach auch nicht putzen konnte, musste ich ihn 2-3 mal am Tag waschen und Fönen. Am Ende ist ihm das Fell durch den Urin bis zum Bauch ausgefallen und somit musste ich ihn dann noch 2 mal am Tag komplett eincremen um seine Haut zu schützen.
Ich hatte einen 24 Stunden Job und habe mir auch einige Tage Urlaub genommen um für ihn da zu sein.
Es ist das Schrecklichste was ich je mitgemacht habe, diese Hilflosigkeit frisst einen auf, grade wenn man seine Tiere so sehr liebt wie ich. Ich tu alles für sie, ich geb mein letztes Hemd für sie!
Leider hat all meine Mühe und Hoffnung nichts gebracht.
Ich musste ihn am Ende einschläfern lassen, das Leid war nicht mehr mitanzusehen. Ich hatte ihm versprochen dass ich ihn erlöse wenn er es mir zeigt. Und er hat es mir gezeigt, am 11.05.! Er war total apathisch, gar nicht da, frass nicht, trank nicht und lies sich einfach nur auf die Seite fallen.
In dem Moment war klar was ich tun musste... der schwerste Gang seit langem. Aber jetzt hat er es besser! Ich habe ihn noch 3 Stunden nach seinem Tod in den Armen gehalten...
Eine ganze Woche hab ich nur durchgeheult und auch jetzt wo ich alles schreibe kullern die Krokodilstränen. Ich werde lange brauchen um über seinen Verlust hinwegzukommen.
Er liegt jetzt begraben bei meinen Eltern im Garten. Ich habe ihm ein Grab gebaut mit Grabsteinen und Blumen gepfanzt. Jeden Abend brennen 2 Kerzen.. als Gedenken an ihn.
Es war einfach nur schrecklich.. dennnoch würde ich es jederzeit wieder versuchen, ein Kaninchen zu heilen.
Chuck und ich waren uns noch nie vorher so nah wie in diesen 4 Wochen. Er hat mir in der Zeit zum ersten Mal die Hand abgeleckt und mir deutlich gezeigt, dass er mir dankt für das was ich für ihn tue.... Das war mein Trost in schweren Stunden der Verzweiflung.
Ich würde jedem Mut machen der versucht seinem Kaninchen zu helfen. Es besteht immerhin eine Chance, auch wenn sie noch so klein ist, aber sie ist da!!! Es kann gut ausgehen!!!


Snowy

 

Eines Tages bemerkte ich, dass sich Snowy, mein ca. 1-2 jähriges, weißes Kaninchen ein wenig anders verhielt als gewöhnlich. Ich las durch Zufall ein paar Tage zuvor im Internet einen Bericht über E.Cuniculi und ich schaute mir die "Symptome" meines Kaninchens genauer an. Da die Symptome noch nicht ausgeprägt waren, das heißt, sie hatte nur leichte Koordinationsschwierigkeiten und den Kopf hielt sie von Außenstehenden nicht erkennbar schief, dachte ich mir, ich würde mir das Ganze wegen des zuvor gelesenen Berichts sicher nur einbilden und entschloss mich, ein paar Tage abzuwarten.
Nach ca. 2 Tagen wurden die Symptome jedoch immer schlimmer und ich beschloss, mit Snowy zu meinem Tierarzt zu fahren. Dieser untersuchte zuerst ihr Ohr, da es ja auch eine Mittelohrentzündung sein könnte. Doch dies schloss meine Tierärztin gleich aus und meinte gleich, dass es wohl E.Cuniculi sein könnte. Sie gab mir also Fenbendazol-Tabletten mit und meinte, ich solle ihr jeden Tag eine viertel Tablette geben. Außerdem spritzte sie ihr einen Vitamin-B-Komplex.
Zu Hause angekommen zerstampfte ich die Tablette und rührte sie unter Karottenbrei. Diesen gab ich Snowy dann mit Hilfe einer Einwegspritze ohne Kanüle. Das klappte ganz gut, auch wenn es recht ungewohnt war.
Nach 2 Wochen musste ich dann zur Nachuntersuchung. Da sich der Zustand meines Kaninchens verbessert hatte und eigentlich nichts mehr von den Symptomen erkennbar war, beschloss die Tierärztin, das Fenbendazol abzusetzen. Mir kam das ein wenig seltsam vor, da ich gelesen hatte, dass man die Tabletten mindestens 30 Tage geben sollte. Doch ich machte, was die Tierärztin sagte und dachte, es wäre vorbei.
Doch nach ein paar Tagen verschlechterte sich Snowys Zustand schlagartig und ihr Kopf war schiefer denn je. Ich ging also schnell zur Tierärztin und sie gab ihr nochmals einen Vitamin B Komplex und und mir Tabletten mit. Diesmal verlängerten wir die Behandlung auf 30 Tage. Ich hielt dies auch ein und setzte die Tabletten langsam ab. Danach waren zum Glück keine Symptome mehr zu erkennen und meine kleine Snowy ist bis heute (heute ist sie 5 Jahre alt) kerngesund und hatte keinerlei Rückfälle. Ich hoffe, sie wird nie mehr diese Krankheit haben.

Maxi

Maxi war ein dürres Kaninchen, als ich sie vor über zwei Jahren aus dem Tierheim holte. Sie schien ziemlich weit unten in der Rangordnung zu stehen und stürzte sich deshalb auf alles, was es zu fressen gab, beseelt vom Ehrgeiz, es restlos zu vertilgen, was ihr ein paar sehr weibliche Rundungen bescherte. Bis August letzten Jahres lebte sie mit Figaro zusammen, der zu meinem großen Kummer 9-jährig wegen eines inoperablen Abzeß eingeschläfert werden musste. Mitte Oktober 2004 kam Chester zu uns. Er war zu dem Zeitpunkt eineinhalb Jahre alt und ist ein sehr sensibles, zurückhaltendes Kerlchen, der überhaupt nicht verfressen ist, eine Premiere in meinem Kaninchenhalterdasein! Chester ist so feinfühlig, dass er den Umzug von seinem alten Pflegeplatz hierhin nicht gut verkraftet hatte, und dies bescherte mir den ersten Kontakt mit E. Cuniculi: er erkrankte daran zwei Wochen nach seinem Einzug. Nach überstandener Krankheit und Beendigung der Medikamenteneingabe im Januar dieses Jahres war ich froh, dass Maxi (6 Jahre alt) und Chester gesund und guter Dinge ihre Tage miteinander verbrachten und einen freundlich-kuschligen Umgang miteinander pflegten. Fünf Monate nach Chesters Gesundung kam ich morgens ins Hasenzimmer, um den beiden ihr Frühstück zu servieren. Chester kam meistens nur im Schlepptau angehoppelt, weil Maxi das Zeug so interessant fand, aber diesmal kam er alleine. Ich sah nur noch Maxis Hinterbeine, wie sie sich unter dem Schrank verkroch. Ich rätselte: Hatte ich sie irgendwie erschreckt? Können Kaninchen, weshalb auch immer, beleidigt sein? Hatte sie einen schlechten Tag? Selbst wenn, sie kam IMMER zum Fressen, das war ihr Heiligtum... ich beschloß, Ihr Verhalten nicht auf die Goldwaage zu legen und ging zur Arbeit. Mittags schaute ich ins Zimmer, und da lag sie mit Chester auf ihrem Siesta-Platz, als wäre nichts gewesen. An diesem Mittag war mal wieder Badetag angesagt, weil sie durch ihren ständigen Durchfall ein völlig verklebtes Hinterteil hatte und sich durch ihre große Wamme nicht selber putzen konnte. Jetzt könnte man anmerken, dass ein fettleibiges, durchfallverkrustetes Kaninchen dringend einer Diät bedarf, um sich wieder selbständig durchs Leben schlagen zu können, aber wie ich bereits anfangs erwähnte, ist Chester ein Fressmuffel, und ich hatte Angst, dass er zu kurz kommt, da beide Tag und Nacht frei im eigenen Zimmer lebten. Ich versuchte, Maxi einzufangen, was sie wie gewohnt mit ein paar gekonnten Haken zunächst zu verhindern wußte. Sie haßte Baden! Dem Part nach dem Bad konnte sie sonst allerdings einiges abgewinnen, da wir uns nach vollbrachter Überschwemmung des Badezimmers immer auf die Couch legten und ein paar Schmuserunden einlegten. Als wir diesmal mit dem Baden fertig waren, setzte ich sie auf der Badematte ab und bemerkte, dass etwas mit ihr nicht stimmte: sie war so taumelig. Als ich sie wieder hochnahm, verdrehte sie ihren Kopf so komisch, dass ich grübelte, ob es E. Cuniculi sein könnte. Nach zwei Stunden packte ich sie ein und fuhr zum Arzt. An diesem Tag war es sehr heiß, und ich hoffte noch, dass das Taumeln eventuell etwas mit dem Herzen oder Kreislauf zu tun hatte, nur nicht E. Cuniculi, bitte, und beim Arzt standen als Diagnose wieder einmal mannigfache Diagnosen zur Verfügung: Mittelohrentzündung, Hämatom, Abzeß, ... ich wußte es nicht. Es war anders als bei Chester, er war erschöpfter und lag ständig lang auf der Seite und drehte von Anfang an das Köpfchen schief, während Maxi "nur" taumelig war und das Köpfchen grade hielt, wenn nicht gerade ein Mensch sie stresste. Nach der Untersuchung (Fiebermessen, Urin abdrücken) bekam sie Vit.-B-Komplex und Antibiotika gespritzt und ich bekam den Auftrag, eine Kotprobe vorbeizubringen. Zu Hause sprang sie aus dem Transportkörbchen und hoppelte wieder auf ihren Lieblingsplatz. Wiederum nach zwei Stunden hatte ich den Eindruck, dass es ihr schlechter geht und sie den Kopf schief hält. Ich fuhr mit ihr noch einmal zum Tierarzt, wo ich mithilfe einer aufgeklärten Sprechstundenhilfe den Vertretungsarzt davon überzeugen konnte, dass Maxi jetzt zusätzlich Kortison und Entwurmung bräuchte. Der Arzt überflog auf mein Anraten hin im Internet den Artikel von Frau Dr. Drescher und ließ sich dann auf unser inständiges Einreden ein. Zur "Krönung" des Tages wäre Maxi fast noch vom Behandlungstisch gesprungen. Die nächsten drei Tage fuhr ich mit Maxi zum Arzt und ließ ihr dort die Medikamente eingeben. Auf der Fahrt dorthin fiel mir auf, dass ihr Auge ständig hin- und her wanderte, und ab dem dritten Tag sah das nach oben gewandte Auge aus, als wolle es gleich herausfallen. Der Kopf war mittlerweile fast um 90 Grad gedreht. Am vierten Tag fing das Auge zusätzlich an zu tränen, und sie hielt ihr Köpfchen immer schiefer. Ich ließ mich nicht entmutigen, da Chesters Zustand sich genauso verschlechtert hatte, und gab die Medikamente weiter, nur: Maxi fraß kaum noch. Um ihren Darm in Gang zu halten, kochte ich selbst Möhren- und Apfelbrei mit Haferschleim, womit ich ihr die Medikamente "versüßte" und gleichzeitig zufütterte (sie liebte Hafer). Ich war mir sicher, sie würde selbst wieder fressen, wenn sie dazu in der Lage wäre, was sie auch am 8. Tag tat. Stolz wie Oskar auf meine Lütte, stellte ich die Zwangsernährung nach und nach ein und man konnte sehen, dass sie versuchen wollte, weiterzuleben, aber: jedes mal, wenn ich ihr die Medikamente eingab, wurde die Schiefhaltung schlimmer, das Auge verbesserte sich trotz Antibiotikum nicht, und dann begann sie, sich um sich selbst zu drehen. Ihren Durchfall hatte sie natürlich auch noch, bzw. der Durchfall betraf nur ihren Blinddarmkot, sodass ich am 12. Tag versuchte, ihr wieder den Po zu waschen. Eine Tortur für sie: sie drehte sich wie ein pelziger kleiner Aal zwischen meinen Händen und war vollkommen durchnäßt und erschöpft, als ich nach ein paar Sekunden den Versuch abbrach. Danach lag sie seitlich, ganz still und mit rollendem Auge auf der Badematte, und ich konnte ihr, ohne sie festzuhalten, den Po säubern. Es war schrecklich, ich dachte, ich hätte sie umgebracht. Nachdem sie wieder in ihrem Zimmer war, legte ich sie unter den Schreibtisch, wohin sie während ihrer Krankheit immer gewandert war, weil sie sich dort am sichersten fühlte und anlehnen konnte. Die Tage vergingen, sie bekam Medikamente, ihr Zustand wurde immer schlechter. Ständig fiel sie irgendwo im Zimmer um und versuchte verzweifelt, wieder Boden unter die Pfötchen zu bekommen, was ihr immer weniger gelang. Ab und zu fand ich sie, versuchte, sie zu beruhigen (war natürlich für den Eimer, weil ich bei der Medikamenteneingabe auch ständig auf sie einredete, und das machte sie noch panischer), später ging ich nur noch einfach hin und stützte sie ab. Ich überlegte, sie von Chester zu trennen, sie zu ihrem eigenen Schutz in einen Käfig zu setzen, aber er kümmerte sich so liebevoll und ratlos um sie, und sie war immer so glücklich, dass er da war und sie putzte und ankuschelte, dass ich den Gedanken wieder verwarf. Um Maxi nicht weiter mit Transporten zum Tierarzt zu quälen, holte ich mir die Kortisondepotspritze beim Arzt ab und ließ sie von einer herzensguten, hilfsbereiten Sprechstundenhilfe meines Hausarztes hier zu Hause verabreichen. Ab dem 18. Tag fiel Maxi ständig um, sie war nicht in der Lage, ein Ziel irgendwie anzupeilen, und wenn, dann brauchte sie für einen halben Meter Weg immer länger, ständig unterbrochen durch das Hinfallen, das panische Sich-um-sich-selbst-Drehen. Sie war total erschöpft. Man konnte sehen, wie gerne sie gefressen hätte, wenn der Zufall sie mal wieder in die Nähe ihres Freßnapfs gespült hatte. Das Klingeln des Futters, wenn ich es in den Napf gab (sie kam dann immer angerannt und umkreiste wie ein plüschiger Geier meine Füße, ich sollte doch endlich, endlich den Napf hinstellen...!!), ließ sie den Kopf heben, sie versuchte, aufzustehen, fiel hin, überschlug sich, verzweifelte, war erschöpft. Trotz allem fuhr ich mit ihr in die Tierklink, wo die diensthabende Ärztin mir riet, das Antibiotikum wieder zu geben. Mehr könne sie nicht tun. Ich bekam Augentropfen für ihr Auge, was an diesem Morgen rot und irgendwie gebrochen aussah. Im Laufe der nächsten 48 Stunden konnte Maxi nicht mehr selber trinken, der Kopf war zu schief, das Schlucken ging nicht mehr, es rann ihr alles heraus, sie wollte/konnte nicht mehr fressen. Am Montagmorgen kam ich ins Zimmer und fand sie liegend und schwer atmend unter dem Schrank. Sie war völlig erschöpft, apathisch, sie war am Ende. Sie konnte nicht mehr. Sie hatte aufgegeben. Ich war verzweifelt. Chester war völlig verstört, weil er ihr ja nur helfen wollte, aber sie war irgendwie nicht mehr da. Ein letztes Mal rief ich den Tierarzt an und bat ihn, sie hier zu Hause zu erlösen. Sie ist schon während der Narkose gegangen.

                       

Chester

Chester ist ein mittlerweile zwei Jahre junger, sensibler und schüchterner Kerl von der Bunnyhilfe. Mein vorhandenes Kaninchen Maxi hatte ihn sich regelrecht ausgesucht, und so zog er im Oktober 2004 bei uns ein. Da Maxi anfing, ihm bei der "Vorstellung" zwischen vier anderen Kaninchen in einer völlig fremden Umgebung das Gesicht zu putzen, nahm ich an, dass die beiden sich in einem 14qm-Zimmer miteinander verstehen und notfalls aus dem Weg gehen würden. Nach unserer Ankunft zu Hause setzten wir Maxi in den Käfig, damit Chester das Zimmer in Ruhe erkunden konnte. Nachdem beide zur Ruhe gekommen waren, wagten wir es, den Käfig von Maxi zu öffnen. Ein Riesenfehler: Nachdem sie anfänglich freundlich auf ihn zugewackelt kam, änderte sch ihr Verhalten schlagartig, als er sich zu bewegen wagte. Sie jagte ihn und vermöbelte ihn nach Strich und Faden. Bis wir die beiden trennen konnten, vergingen einige Minuten. Danach teilten wir das Zimmer in der Mitte mit einem Kaninchengehege ab, stellten in jede Hälfte einen Käfig, ein Klo, Heu, Wasser, ..... und warteten die nächsten Tage ab. Chester ließ sich nicht blicken. Es war ihm alles zuviel, und wer konnte ihm garantieren, dass diesem braunen Ungeheuer auf der anderen Seite nicht Flügel wüchsen und es zu ihm hinübertrugen? Maxi war außer sich vor Freundlichkeit und taperte den ganzen Tag wie ein Grenzsoldat an der Einfassung rauf und runter. Nach kurzer Beratschlagung verpflanzten wir Chester aus seinem (offenen) Käfig in das Gehege und sperrten den Käfig und den Schrankunterschlupf zu. Am selben Abend lagen beide, nur durch das Gitter getrennt, nebeneinander, versuchten sich gegenseitig das Grünzeug wegzuziehen und bald darauf begann Chester, am Zaun herumzuknibbeln und zu rütteln. Nichtsdestotrotz ließen wir die beiden etwa zwei Wochen getrennt, da Chester nicht gerne fraß und ich den Eindruck hatte, er verweigert sein Fressen aus Heimweh. Er hatte sich aber erholt und schien nun genug Selbstbewußtsein zu besitzen, sich unserer Lütte zu stellen. Als er mal wieder an der Zaunbefestigung herumknabberte, zog ich den Verbindungsstab heraus. Verdutzt machte Chester sich an die Erkundung von Maxis Zimmerseite, während sie hinter seinem Rücken in seine Hälfte schlich: Wohnst Du schöner als ich? Als jeder ausgiebig Toilette, Käfig etc. des anderen ausprobiert hatte, schien Maxi wieder ihre Banzai-Nummer in Erwägung zu ziehen. Doch sie hatte nicht mit Chester gerechnet, der laut brummelnd eine Liebesattacke nach der anderen auf sie startete. Unsere kleine Grazie wußte gar nicht, wie ihr geschah, und sie wackelte völlig erschöpft, nach einem Unterschlupf suchend, durch das Zimmer, während Chester nach 15 Minuten nun sein Hausrecht geklärt hatte. Ein paar Stunden später war Abendbrot angesagt, und beide kamen zum Napf und fraßen friedlich, als würden sie das schon immer so machen, aus dem Mampfschälchen. Alles geregelt. Eine Woche später kam ich morgens ins Zimmer und servierte das Frühstück, doch Chester kam nicht. Ich beobachtet ihn den ganzen Tag: er lag meistens unterm Schrank, interessierte sich weder für Maxi noch fressen noch für irgendetwas. Abends lag er schräg, hielt seinen Kopf im 45°-Winkel und robbte sich taumelnd auf der Seite liegend vorwärts. Zunächst dachte ich noch, dass Maxi eventuell daran Schuld trüge, hatte sie etwa versucht, ihn wieder zu verprügeln? Aber ich hatte die Hasen die ganze Woche nur friedlich und beieinander liegend vorgefunden. Ich konnte mir das nicht vorstellen. Alarmiert setzte ich Chester in einen Käfig in der Hoffnung, er brauche nur Ruhe und würde mich morgens sitzend und aller Fressalien entledigt begrüßen. Chester dachte gar nicht daran: Am nächsten Morgen schien er sich nicht bewegt zu haben, der Kopf war verdreht. Ich packte ihn ein und fuhr zum Tierarzt, der eine Gehirnerschütterung in Erwägung zog. In meinem Hirn rumorte es, da ich nachts das Internet nach Hasenkrankheiten durchforstet hatte und auf E. Cuniculi gestoßen war, Schiefhalssyndrom, so sah der arme Kerl doch aus! Nein, das wäre eher unwahrscheinlich. Stattdessen wurde Chester eine "Depotspritze" Antibiotikum verabreicht, Kortison und Vit.-B-Komplex. Der ganze Mix sollte 5 Tage halten. Ich war verunsichert: Sollte das nur eine Tierhaltermodekrankheit sein? Zu Hause fasste ich mir ein Herz und druckte mir den Artikel von Dr. Birgit Drescher aus und verlangte eine Wurmkur, die ich dann auch bekam. Ich rief bei der Bunnyhilfe an, und die ehemalige Pflegestation von Chester war völlig geschockt von seinen Symptomen, da er völlig gesund war, als er an mich abgegeben wurde und nun auch noch ein uninformierter Tierarzt an der Krankheit dran war. Mir schwirrten 1.000 Fragen im Kopf herum: Gibt es überhaupt eine Antibiotikum-Depotspritze? Kann doch gar nicht sein, wenn ich krank bin, muss ich doch auch jeden Tag verschiedene Medikamente in zeitlichen Abständen einnehmen. Soll ich zu einem anderen Arzt? Am dritten Tag fragte ich in der Tierklinik an, ob man dort diese Krankheit kenne, und es wurde bejaht. Also den armen Chester eingepackt, egal, ob sensibel oder gestresst, hingefahren. Der Doc untersuchte Chester, spritzte ihm Chloramphenicol, Kortison und Vit.B-Komplex, ich solle ihm das Wurmmittel weitergeben. Ich fragte, ob ich noch Kortison oder Vit.-B geben solle (wie es ja angeraten ist)? "Daran muss man auch irgendwie glauben", stellte er fest. Ich hätte platzen können vor Wut. Bei der Bitte, mir wenigstens das Antibiotikum als Spritze mitzugeben, da Chester trotz allem erheblichen Widerstand bei der Medikamenteneingabe leistete, sagte er mir, das Fläschchen wäre leer und das Mittel wäre vom Markt genommen worden. Ich solle ihm das Antibiotikum mit Möhrensaft geben (bis heute kenne ich kein einziges Kaninchen, das Möhrensaft mag!). Chester hat selbst mit Babybrei Probleme gehabt. Er mag nichts Süßes! Beim Rausgehen erkannte eine Sprechstundenhilfe, die zufällig an der "Rezeption" stand, mein "Leid" mit Babybrei und Co. Sie rannte mir auf die Strasse hinterher und gab mir Critical Care mit. Ein Engel! Tags darauf versuchte ich, Chester die Medikamente einzuflößen, mit dem Erfolg, dass sie überall verteilt waren, nur nicht im Hasen. Verzweifelt wandte ich mich wieder mit der Bitte an die Klinik, das Antibiotikum zur subkutanen Behandlung nachzubestellen, dass ich dem Tier wenigstens diesen Stress nehmen kann (oberstes Gebot bei der Krankheit: RUHE), woraufhin der Doc mir versicherte, "das würde jetzt für den Menschen gebraucht werden", und wenn ich das nicht schaffte, müssten sie ihn stationär aufnehmen (nur am Rande: das Medikament wurde bei der späteren Erkrankung von Maxi von einem anderen Tierarzt ohne Theater verabreicht). Nun war der Zeitpunkt gekommen, wo ich die Schnauze so richtig voll hatte. Die Medikamente von Dr. Dreschers Liste "kannte" entweder keiner, oder es wollte sie keiner verabreichen. Ich beschloss, mir die Medikamente selbst zu besorgen und ihn nach der Empfehlung in Dr. Dreschers Vortrag zu behandeln. Bei meiner Suche nach Beistand zu dieser Krankheit und Fachwissen in dieser Stadt war ich in einer Wüste gelandet. Ich suchte im Internet (da gab es eure Seite noch nicht), mailte mit Frau Dr. Drescher (die mir Gottseidank auch antwortete), telefonierte mit der Landschaftskammer Rheinland und machte Adriane von der Bunnyhilfe mit meinen Fragen völlig wuschig. Inzwischen war das Ergebnis von dem auf mein Verlangen erstellten Bluttest angekommen: Positiv. Trotzdem steigerte sich Chester von Tag zu Tag, wenn es die Eingabe von seinen Medikamenten betraf: er strampelte immer kräftiger, wurde wieder lebhafter und fressgieriger. Er fing an, um Haferecken zu betteln, er rüttelte an dem Gitter zum Flur, er rumpelte nachts an den Käfigen herum oder versuchte, den Schrank aufzufressen. Jeden Tag wurde er wieder ein bißchen mehr. Der Kopf war leicht geneigt, was ihm einen ständig fragenden Gesichtsausdruck verlieh, und abends ging es ihm immer besser als morgens. Als er Mitte der dritten Woche Andreas bei der Medikamenteneingabe in den Finger biß, schien er aus dem Gröbsten heraus zu sein. Er ist nun seit fünf Monaten gesund, und ich hoffe inständig, dass es trotz dem Tod seiner Freundin Maxi auch so bleibt. Er ist ein knuffiges, freundlich-verträumtes Kaninchen mit einem leicht skeptischen Gesichtsausdruck, und ich hoffe, dass wir noch viele Jahre miteinander verbringen dürfen.

 

Benny

ich bin heute zu meinen Kaninchen zum Gehege gegangen und alles war okay. Ich habe 3 Kaninchen einen kastrierten Rammler (2 Jahre) und zwei Weibchen (6 und fast 10 Jahre). Ich ging kurz ins Haus um etwas zu hoen und als ich wieder kam lag meine Benny (die fast 10 jährige) verkrampft auf dem Rücke mit total verdrehtem Kopf. Ich habe versucht ihr zu helfen, indem ich sie wieder aufsetzen wollte, doch sie krampfte sich wieder zusammen. Ich wusste nicht, was ich machen sollte und rief meinen Vater. Er wollte sofort den Tierarzt anrufen und meinte ich könnte nichts machen und sollte sie in Ruhe lassen, doch ich konnte nicht mit ansehen, wie sie hilflos auf dem Rücken lag und sich nicht bewegen konnte. ich versuchte noch einmal ganz vorsichtig sie aufzurichten und dieses mal klappte es und sie lief ein paar Schritte. Dann setzte sie sich hin und blieb eine ganze Zeit so sitzen. Nach ca. 20 min verkrampfte sie sich noch zwei mal aber nur ihr Kopf ( er bog sich ein bisschen zur Seite und nach hinten) aber dann ist sie losgehoppelt hat etwas getrunken und gegessen und jetzt sitzt sie wieder nur rum und bewegt sich kaum. Manchmal presst sie so den Atem raus als hätte sie etwas in der Nase, was raus sollte. und sie knirscht ab und zu mit den Zähnen.
Eine Woche Später:
Heute ist der Tierarzt gekommen. Er hat sich ihre Augen angeguckt und wir haben sie zusammen gewogen. Für sie war es also so stressfrei, wie möglich. Da der Verdacht auf e. cuniculi besteht hat der Tierarzt ihr Panacur verschrieben. Die anderen beiden bekommen nichts, weil es sehr selten nur vorkommt, dass es ansteckend ist. Benny bekommt täglich 0,5 ml von mir in den Mund gespritzt und bis jetzt habe ich noch nicht wieder einen solchen Anfall beobachten können.

 

Lupin

Lupin nahm ich am 16.05.05 auf... er kam im stark abmagerten zustand mit seiner Partnerin hier an... er wurde zuvor im Tierheim nur mit Babybrei ernährt, da sie fälschlicherweise annahmen, er könne kein festes Futter zu sich nehmen...
Lupin erholte sich hier langsam, begann festes Futter, Obst und Gemüse in kleingeschnittener Form zu sich zu nehmen, bis ihm die Backenzähne gerichtet werden mussten, danach stellte er das fressen ein, was eine Zwangsernährung nötig machte...
das hatte ihn dann wohl so geschwächt, dass er am Freitag Abend (22.07.05) plötzlich akute Lähmungserscheinungen in allen Beinen zeigte... mit dem verdacht, dass er wohl doch schon ziemlich alt ist, und nun versterben würde, hatten wir uns schon fast verabschiedet,... mir kam der verdacht auf e.c., so verabreichte ich ihm noch 2x Panacur (je 0,3 ml) ... und Neytroph Tropfen ... die nacht gaben wir ihm noch, dann ging’s am nächsten morgen zum Ta, der aufgrund der Symptomatik den verdacht zur Diagnose machte...
Lupin konnte sich von selbst nicht mehr aufrichten, wenn er auf der Seite lag, konnte sich selber auch nicht aufrecht halten, und zeigte vor allem linksseitig deutlich schlechtere Reflexe als rechts.
Die medikamentöse Therapie durch den TA wurde eingeleitet, und Lupin gelagert.
Die erfolge traten eigentlich schon am nächsten Tag ein, wo er bessere Reflexe aufweisen konnte, aber leider stellte er das fressen ein...
Täglich waren wir nun beim TA, da seine Verdauung zusammenbrach, und wir vermuten mussten, dass er durch die Zwangsehrnährung auch noch etwas in die Lunge bekommen hatte...

Um den 26. oder 27. herum wurde Lupins zustand dann plötzlich besser, er versuchte zu hoppeln, auch wenn es noch recht eckig aussah, konnte sich selber wieder einigermaßen aufrichten, wenn man ihn auf die Seite legte, nur fressen wollte er nicht...Seit dem 29. ist er eigentlich besser drauf denn je... sehr viel selbstbewusster hoppelt er durch das Zimmer, frisst wieder mit sehr gutem Appetit und die Verdauungsprobleme sind wieder unter Kontrolle... Mithilfe von Bird Bene Bac als Akutbehandlung und unter Weitergabe von Joghurt geht es Lupin wieder sehr gut!

 

Charly alias Hoppel

Ihr müsst wissen das mein Hoppel ständig Freilauf in der Wohnung hat. Immer wenn ich nach meiner Arbeit abends nach Hause kam, muss er den Fahrstuhl gehört haben und hat also immer vor der Wohnungstür auf mich gewartet. Da ich zu der Zeit die Einzigste war, die in diesem Haus dort gewohnt hat und sonst niemand den Fahrstuhl benutzte, wusste er wahrscheinlich das ich es bin die da ankommt. Jedenfalls als ich an dem Abend nach Hause kam, saß kein Hoppel im Flur und wartete auf mich. Ich wunderte mich zunächst nicht darüber. Erst als ich sein Futter frisch zubereitet und sein Wasser hingestellt hatte, fiel mir auf das er gar nicht anhoppelt kam. Er kommt sonst immer wenn ich ihn rufe. Ja dacht ich na dann will er wohl seine Ruhe haben. Ja und dann ein paar Stunden später das war so gegen 22.30 Uhr kam mir das dann doch nicht so geheuer vor. Ich ließ nicht locker und rief und lockte etc. Mit Erfolg, er kam ganz langsam und vorsichtig unterm Bett hervor und dann mein Schreck, er fiel immer seitlich um beim sitzen und wenn er laufen wollte. Ich hab dann ein Tierarzt ausfindig machen können der so nah wie möglich bei mir seine Praxis hatte, da ich ja kein Auto zu der Zeit hatte. Ja mein Bruder hat mir dann geholfen ihn wieder unter dem Bett hervorzubekommen, da unter hatte er sich inzwischen wieder versteckt. Wir sind dann gemeinsam zum TA hingefahren. Er untersuchte nur die Ohren und meinte die sind in Ordnung er kann nix finden. Aber ich soll ihn mal eine Nacht zur Beobachtung da lassen und ließ sich die Telefonnummer von meiner Arbeitsstelle geben. Am nächsten Tag rief er dann an und meinte es ist alles in Ordnung mit ihm, er frisst auch wieder etwas und ich könne ihn mit nach Hause nehmen. Ich holte meinen Hoppel dann wieder ab (Freitag Nachmittag) und musste feststellen das er überhaupt nichts fraß, noch nicht mal seinen Lieblingssalat. Dies sagte ich dem TA und wir verabredeten uns für Samstagmorgen auf dem halben Weg zu ihm (da ich ohne Auto war und es war Winter und kalt) und er gab mir so ein öliges Zeugs mit (sollte ein Stärkungsmittel sein) ich glaub das war Rinderserum oder ähnliches und dies sollte ich meinem Hoppel übers Futter verabreichen. Hat er natürlich gemerkt und nichts gefressen. Ja und am Montag hab ich mir dann aus dem Branchenbuch einen anderen Tierarzt gesucht der auf Kleintiere und Frettchen spezialisiert war. Da rief ich erst mal vorsorglich vorher an und erzählte ihr alles. Und diese TA meinte sofort am Telefon das hört sich so an als wenn er was mit seinen Ohren hätte, ich solle sofort kommen. Also Hoppel wieder in die Transportkiste gesteckt und ab zur Tierärztin. Ja und als sie Hoppel aus der Transportkiste rausholte, da hatte er inzwischen die Schiefhaltung bekommen. Sie hat seine Ohren ganz genau untersucht, hat ihn gewogen und dann hat er eine Cortisonspritze und eine Antibiotikaspritze bekommen. Für zuhause hab ich dann auch noch Antibiotika samt Einwegspritze ohne Kanüle mitbekommen. Dieses Antibotika sollte er dann noch die nächsten 2-3 Tage von mir verabreicht bekommen. Ja und nach 1 Woche sollte ich dann noch mal mit Hoppel kommen. Sie untersuchte ihn dann noch einmal gründlich, inzwischen war die Schiefhaltung nur noch minimal und umgefallen ist er gar nicht mehr und gefressen hat er auch wieder. Die Tierärztin meine noch zu mir ich soll ihm als Dauermedikament ein Vitamin-B-Komplex-Präparat verabreichen und es kann sein das die Schiefhaltung nicht ganz weggeht oder wenn doch das sie immer wieder zum Jahreswechsel ausbricht. Also ich hab meinem Ninchen dann jahrelang das Vitamin-B-Präparat ins Trinkwasser getan.
Ich muss sagen diese Tierärztin hat meinem Hoppel das Leben gerettet. Die Schiefhaltung ist nach ca. 3 Wochen komplett verschwunden und seitdem hat er diese Erkrankung nie wieder bekommen. (1999 erkrankte mein Hoppel)

 

Filou

Unser kleiner Sonnenschein Filou war erst 2 1/2 Jahre alt und lebte glücklich und gesund mit ihrem Gefährten Paul in unserer Wohnung. Filou war ein ganz besonderes Kaninchen - voller Liebe, Zärtlichkeit, immer verschmust und anhänglich, nie böse oder aggressiv. Ein richtiger, kleiner Sonnenschein in unserem Leben.

In der Nacht auf den 23.09.05 wurden wir von einem unbekannten Geräusch geweckt. Ein Nachschauen ergab, dass die kleine Filou sich ungewohnt fortbewegte, das kleine Köpfchen stand schief und die Hinterbeine lahmten ein wenig. Noch in der Nacht um 4.00 Uhr sind wir mit ihr zum Tierarzt gefahren, der alle nötigen Sofortmaßnahmen einleitete und uns mit der Krankheit konfrontierte. Schon am nächsten Tag ging es Filou besser! Sie muckelte wieder mit ihrem Freund Paul, wartete ungeduldig auf ihr Fressen und begann wieder richtig zu hoppeln. Voller Freude über den schnellen Behandlungserfolg gönnten wir uns am Abend ein auswärtiges Essen und kamen gutgestimmt und voller Freude auf unsere Tiere wieder nach Hause. Inzwischen hatte sich ein fürchterlicher Rückschlag eingestellt - Filou hatte das Köpfchen ganz schief und drehte sich voller Panik um ihre eigene Achse. Ein trauriges, grausames Bild. Am folgenden Sonntag-Morgen waren wir wieder beim Tierarzt.

Die kommende Woche war für uns alle schwer. Ständig (auch nachts) waren wir in kurzen Abständen bei unserem kleinen Schatz, um nach ihr zu schauen. Sie fraß normal, sogar sehr ordentlich, und trank Wasser aus der angereichten Flasche. Wir waren voller Hoffnung, auch nach einer Menge Internet-Lektüre über die Krankheit, so lange Filou fraß und leben wollte, wollten auch wir genauso kämpfen wie unsere Kleine! Und sie kämpfte einen sehr tapferen Kaninchen-Kampf.

Am Samstag, dem 1.10.05, fing der Tag noch völlig normal an, doch ab dem Nachmittag wollte Filou nichts mehr an Nahrung zu sich nehmen. Kein Fenchel, keine Trockenkräuter, gar nichts. Am späten Abend hatten wir beide den Eindruck, Filou hatte nun aufgegeben und wollte nur noch in Ruhe sterben. Sie strömte eine ungewöhnliche Ruhe aus und lag auch entspannter als sonst in ihrem kleinen Kranken-Nest.

Nach dem letzten Streicheln war uns beiden klar, dass das unser Abschied von unserer kleinen Maus war - schon beim ersten nächtlichen Nachschauen gegen 0.00 Uhr hatte sie es geschafft. Filou war friedlich eingeschlafen.

Wir sind froh, dass sie selbst diese Entscheidung getroffen hat. Sie wollte nicht mehr länger kämpfen. Wir hatten eine sehr schwere Woche, haben tapfer mit ihr zusammen gekämpft und haben ihr noch mal all unsere Liebe und Zuneigung gegeben. Und so wie unsere kleine Filou immer gewesen ist, hat sie uns genau diese Liebe auch zurückgegeben.

Vor einer Stunde haben wir unseren kleinen Kaninchen-Schatz begraben. Tränen haben wir bald keine mehr. Noch größer als die Trauer ist allerdings das große Glück, dass wir dieses liebe, einzigartige Tier mehr als 2 Jahre bei uns haben durften. Filou hat uns so viel gegeben. Mit ihr ist ein leuchtender, strahlender Stern an unserem Lebenshimmel verloschen. Nun haben wir ihr versprochen, uns gut um ihren Freund Paul zu kümmern, der nun ganz einsam in seinem Zimmer sitzt und immer noch auf seine Filou wartet. Eines ist auch ganz sicher - unsere Filou ist durch nichts zu ersetzen.  

Bumsti

 
Mein Kaninchen Bumsti war sein ganzes Leben lang (4.5 Jahre) kerngesund. Er war aufgeweckt und rundum zufrieden, lief immer frei in Haus und Garten herum, kam, wenn man ihn rief – ein Sonnenschein.
Am 15.9.2005 passierte es aus heiterem Himmel: ich fand ihn morgens mit starkem Augenrollen und schiefem Kopf apathisch in seinem Käfig liegen. Am Vortag war ein noch topfit! Bumsti schien keine Orientierung/Gleichgewicht mehr zu haben, er schwankte ohne Koordination herum, verkrampfte sich immer wieder und rollte dabei auf eine Seite.
Es folgen nun einige mails an Caroline und Sabine, – sie beschreiben, wie furchtbar uns diese Krankheit getroffen hat.
 
15.9.2005
Sofort heulend zum Tierarzt Nr.1 - nachdem Ohrenentzündung, Schnupfen, Parasiten sowie eine Verletzung ausgeschlossen wurde, lautete die Diagnose Schlaganfall. Bumsti bekam Antibiotika und Vitamine als Infusion.
Am 2. Tag wurde diese Behandlung fortgesetzt, und ich sollte eine Kotprobe von ihm abgeben. Hatte inzw. stundelang im Netz gesucht Infos gesucht, aber meine Verdacht, dass es sich ja auch um Enzephalitozoonose cuniculi handeln könnte wurde nicht ernst genommen (Zitat: "man kann den Virus durch Blutuntersuchung nicht nachweisen").
Am 3. Tag lautete die entgültige Diagnose von Tierarzt 2 (aus der selben Praxis): Kokzidien (Zitat: "Ich habe Kokzidien gefunden, also müssen wir die auch behandeln!") - ich sollte ihm täglich ein spezielles Antibiotika dagegen in den Mund spritzen. Da seine Symptome mit Kokzidien (er hat keinen Durchfall, problemlose Verdauung) für meine Begriffe in keinerlei Zusammenhang stehen, habe ich in Panik eine andere Tierklinik aufgesucht - Tierarzt 3 und 4 bestätigten diese Vermutung, hatten von E. cuniculi zwar auch noch nicht wirklich etwas gehört, aber leiteten auf mein Drängen die von Dr. Birgit Drescher empfohlene Therapie (Chloramphenicol, Panacur, Kortison, Vitamin B-Komplex) ein - zumindest dachte ich das.
 
27.9.2005
Vor 4 Tagen der nächste Hammer. Zufällig kam ich darauf, dass Bumsti viel geringere Dosierungen als empfohlen bekommt!
Ist das zu fassen??? Mein Vertrauen in Ärzte ist nicht mehr vorhanden - ich suche stundenlang ALLE Infos, erkläre ihnen, was zu tun ist, und dann machen sie erst recht alles falsch! Zitat Tierarzt 4: "Ich hab momentan nicht die Zeit, mich genauer mit dem Fall auseinanderzusetzen." Bin so wütend und fassungslos! Ich kämpfe und kämpfe seit 2 Wochen, und immer wieder komm ich auf ärztl. Inkompetenz drauf.
Bumsti`s Zustand hat sich anfangs leicht gebessert (kein Nystagmus mehr) heute, nach 10 Behandlungstagen ist alles relativ gleichbleibend, noch recht wackelig und "nur" mehr Torticollis - wenn er Stress hat, fällt er um und verkrampft. Er ist immer im Käfig, ruht viel, guter Appetit, gute Verdauung, scheint keine Schmerzen zu haben, starker Lebenswille. Bisher haben wir keine entgültige 100%ige Diagnose, da leider kein Tierarzt eine Blutuntersuchung durchführen wollte.
 
Was ratet ihr mir zu tun? Diese Behandlung fortführen? Die Dosierungen erhöhen? Ich lieb meinen kleinen Gauner so unendlich - jeder, der sowas schon mal mitgemacht hat, weiß, wie zermürbend das alles ist.. Rund-um- die Uhr-Betreuung, täglich zum Tierarzt, Tage und Nächte im Netz nach Infos suchen, kaum Schlaf... Hab gestern noch rund 20 "kaninchenerfahrenen" Ärzten gemailt - haben schon welche geantwortet - werde heute zu Arzt Nr. 5 fahren...

30.9.05:
Gestern wieder in neuer Tierklinik mit kaninchenerfahrenen Ärztinnen, Mega-Programm inkl. Röntgen (wegen eventueller Ohrenentzündung), Blutabnahmen (für Nierenwerte und allg.) und Kochsalzlösung-Infusion. Bumsti bekommt eine Tapferkeitsmedaille !!!!!
E. cuniculi ist wohl zu 90% sicher, könnte aber auch eine Innenohrentzündung sein. Das ist manchmal extrem kompliziert, z.B. wenn diese Bakterien von Pasteurella multocida ohne Schnupfensymtome in die Gehörgänge wandern und dort den Gleichgewichtssinn angreifen.
AB wurde jetzt gewechselt auf " Marbocyl FD 1%" 1,5 ml pro tag; wir vermuten, dass Bumsti aufgrund der zu niedrigen Dosierung am Anfang resistent dagegen geworden ist.
Ich bete, dass das Marbocyl anschlägt, sein Zustand ist nach wie vor unverändert...
Noch eine Frage: kann man eine Innenohrentzündung am Röntgenbild sehen? Wenigstens sollte dieses AB beide mögliche Ursachen bekämpfen...
Ich werde langsam aber sicher wahnsinnig, mittlerweile sind es genau 2 Wochen und außer, dass das Augenrollen weg ist, hat sich nix verbessert. Zum Glück frißt er gut!
 
5.10.2005
Mit dem Marbocyl hat sich sein Zustand jetzt täglich ein wenig verschlechtert (bekommt er seit 5 Tagen) - werde schon heute früh in die Tierklinik fahren!!!
Bumstis Kopf ist jetzt bei fast 90 Grad und auch das Gleichgewicht ist schlechter, er torkelt mehr und kann deswegen kaum fressen. War unter Chloramphenicol schon alles viel besser!!!
Augenzittern hat er zum Glück nicht. Besondere Aufregungen gab`s die letzten Tage nicht (kein Arztbesuch od. ähnliches), daran kann es nicht liegen. Aber wenn Marbocyl mit Baytril (= nicht gehirngängig) vergleichbar ist, wundert mich eh nix mehr!
Ich seh jetzt 3 Möglichkeiten:
- wir steigen wieder auf Chloramphenicol in hoher Dosierung um - wißt ihr, ob man das kann? Er hats die ersten 15 Tage schon bekommen, können sich da Resistenzen gebildet haben?
- Oxytetrazyklin: 3 Ärzte haben mir berichtet, dass erst damit Besserung eingetreten ist... Meine Ärztin meint, die Nebenwirkungen seien so stark, wißt ihr dazu was? In meinen Augen kann man das bald vernachlässigen...
- Retacillin: falls es das bei uns gibt.. Hattet ihr damit gute Erfolge bei e.c.?? Wie schaut`s mit Nebenwirkungen aus - vertragen das alle Nins? (bei Menschen gibts ja die Penicillin Allergie..)

6.10.2005
Nachdem die momentan behandelnden Ärzte Bumsti ein Tetrazyklin verschrieben haben, und ich zum Glück rechtzeitig draufgekommen bin, dass es wohl nicht gehirngängig ist, neuerliche Verzweiflung. Ich stehe vor der schweren Entscheidung, ihm entweder ein anderes Antibiotikum geben zu lassen oder auf Penicillin zu setzen, dass mir von Caroline und Sabine empfohlen wurde. Tendiere immer mehr zu Penicillin, schließlich haben die beiden schon etliche Kaninchen damit durchgebracht. Nach einem Telefonat mit einem Arzt der Veterinär-Uni-Klinik in Wien erneut totale Ratlosigkeit: er riet mir dringend davon ab, da im deutschsprachigen Raum keine Studien zum Thema e.c. und Penicillin vorliegen und es angeblich sehr schlecht vertragen wird. Bin komplett durch den Wind, aber es muss eine Entscheidung getroffen werden, da Bumstis Zustand sehr schlecht ist. Er liegt inzwischen nur mehr apathisch und schwer atmend da – es könnte jede Minute vorbei sein.
Ich beschließe, der Praxiserfahrung von zahlreichen Kaninchenbesitzern mehr zu vertrauen als dem momentanen Stand der Wissenschaft und fahre in eine neue Tierklinik, deren Arzt ( fürs Protokoll: Nummer 7) bereit ist, mit uns die Penicillin Therapie durchzuziehen
Er ist auch der Meinung, dass ein Herumexperimentieren mit einem 3. AB keinen Sinn macht - morgen fängt also die Benzathin - Benzylpenicillin Behandlung an. Jeden 2. Tag eine Injektion unter die Haut in einer Dosierung von 70.000 Einheiten pro kg Körpergewicht. Brauche außerdem noch Einschulung fürs Spritzen geben – hab davor ziemlich Nervenflattern...
Es gibt nichts mehr zu verlieren!
 
3.11.2005
Bumsti geht es sehr gut, er verträgt das Penicillin nach bald 1-monatiger Behandlung problemlos, ist ziemlich aufgeweckt und neugierig. Kein Durchfall, großer Appetit, er ist aktiver im Vergleich zu den vorigen Wochen und der Kopf eine Spur gerader! Jeden Tag gibt es einen kleinen Fortschritt wie z.b Putzen der Hinterläufer ohne umzufallen, alleine in den Käfig rein und wieder raus usw.
Hoffe, es geht weiter so bergauf !!!
Das Panacur habe ich ihm 5 Wochen lang gegeben, jetzt bekommt er nur mehr Penicillin, Vitaminsaft oral und ein mit bird bene bac vergleichbares Produkt tägl.
Außerdem hab ich ihm, da er ja leider nicht wie sonst in der Wohnung herumhoppeln kann, einen riesigen Super-Luxus-Käfig besorgt, in dem er sich sehr wohl fühlt, und genug Platz für Bewegung hat.
Waren mittlerweile seit 1 Monat bei keinem Tierarzt mehr - ein Umstand, der Bumsti irrsinnig gut tut! Bei e.c. spielt Stress ja eine große Rolle, man kann noch immer sehen, wie es ihm z.B. bei der Medikation etwas schlechter geht.. Zum Glück erholt er sich aber auch immer schneller. Die ersten Wochen der Krankheit mit fast tägl. Tierarztbesuchen müssen für Bumsti die Hölle gewesen sein - würde das mit meinem jetzigen Wissenstand ganz anders machen...
Dann hätten wir uns auch diese Ärzteodysee mit insgesamt 7 (!!!!) Tierärzten erspart.. Aber diese Krankheit trifft einen wie ein Hammer, und beim ersten Mal ist wohl jeder komplett überfordert..

Ein paar Tipps für alle Betroffenen:
- Das ALLERWICHTIGSTE ist auf jeden Fall sofort einen kaninchenerfahrenen Tierarzt zu finden, damit ihr euch und dem Tier unnötiges Leid erspart... Nach diesem ganzen Theater mit den unfähigen Ärzten könnte ich ein Buch schreiben - es ist schockierend, mit welcher Inkompetenz ich da größtenteils konfrontiert wurde. Ich fürchte ja, dass noch immer häufig die Fehldiagnose „Schlaganfall“ getroffen wird und viele Kaninchen aufgrund falscher Medikation versterben.
- Versucht irgendwie Ruhe zu bewahren – euer Kaninchen nimmt alles wahr und Stress verschlimmert seinen Zustand! Anfangs lassen sich Tierarztbesuche nicht vermeiden, aber versucht unbedingt, die Medikation (auch Injektionen) zu Hause durchzuführen!
- Bei e.c. Symptomen unbedingt auf Bluttest bestehen und SOFORT die von B. Drescher empfohlene Therapie einleiten!
- Geeignete Antibiotika sind nach meiner Erfahrung: Chloramphenicol, Oxytetrazyklin und in schweren Fällen ein Benzylpenicillin. Idealerweise alles per Injektion, wird meist besser vertragen als oral (Durchfallgefahr) Von Marbocyl bzw. Baytril rate ich ab, Bumstis Zustand hat sich damit verschlechtert.
- Kortison nur am Anfang und keinesfalls täglich! Gefahr von Magengeschwüren...
- Verbringt viel Zeit mit eurem Patienten; gebt ihm alle Kraft und Liebe, die ihr habt! Aber ganz wichtig sind auch Ruhephasen, die Tiere brauchen viel Schlaf!
- Glaubt nicht alles, was euch die Ärzte erzählen, die sind leider nicht immer am aktuellsten Wissenstand! Sucht selber nach Infos im Netz, setzt euch mit erfahrenen Kaninchenhaltern in Verbindung – die haben oft viel mehr Erfahrung als Ärzte! Praxis vor Theorie!!! (an dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei Caroline, Sabine und den Mädels vom Kaninchenforum bedanken – ohne eure Hilfe hätten wir es nie geschafft!)
- Niemals aufgeben, kämpfen und durchhalten!!!

Wir werden hoffentlich am 31. Dezember Bumsti`s 5. Geburtstag feiern können. Er ist mittlerweile stabil, hat wie durch ein Wunder die teilweise komplett falschen Behandlungen überlebt. Er wirkt lebensfroh, ist neugierig und lernt langsam, mit den neuen Gegebenheiten (schiefer Kopf und Linksdrall) umzugehen. Nach 2 Monaten voller Höhen und vor allem Tiefen bin ich nun für jeden neuen Tag mit meinem Süßen dankbar.

Kleiner Mann

 
Den kleinen Hasen holten wir uns 1998 von einem sogenannten Züchter raus. Bis 2003 war er ein aufgewecktes Kerlchen nur Unsinn im Kopf, aber irgendwann hörte er auf zu fressen, kein Löwenzahn mehr (dafür gibt er seine letzte Pfote), keinen Klee mehr, nur noch ein bißchen Kopfsalat.Nach einer Woche gingen wir zu einem Tierarzt, dort hieß es: kein Befund keine Ahnung was er hat, toll einfach super. Ab nach Hause allerlei Kräuter gesammelt und für 20 DM sämtliche Leckerlies gekauft damit er nicht verhungert. Gegessen hat er wie eine kleine Feldmaus. Nach einer weiteren Woche fuhren wir in eine Tierklinik, hier wurde eine Zahnfehlstellung festgestellt ist doch klar, mit einem Backenzahn, der in die Wange sticht, kann man nichts futtern. Die Ärztin riet uns zur Zwangsernährung, damit er wieder normal frißt. Nach 2 Tagen ging es ihm wieder besser. Zumindest nahm er so viel Nahrung auf, damit er nicht mehr abnahm. Und alle 3 Monate zum Zähneschleifen. Im Winter diesen Jahres wurde seine kleine Spitzmaus krank, ging rasend schnell nach nur 2 Wochen mußten wir sie einschläfern lassen. Ein großer Verlust nicht nur für unser Häschen. Obwohl wir einen Tag später einen Ersatz gefunden haben, ging es mit dem Kleinen Mann bergab. Zuerst schoben wir es auf den Verlust des Partners, waren ja auch jahrelang zusammen und es war auch Liebe auf den ersten Blick. Nach gerade 24 Stunden konnten wir die beiden zusammenlassen, die schmusten sofort miteinander. Mit der jetztigen Maus versteht er sich auch, aber das hat doch drei Wochen gedauert, bis sie zu streiten aufhörten. Vor drei Monaten ging es dann recht rasant mit der Krankheit. An einem Sonntag sitzt er hinten im Eck, zitterte wie ein Kuhschwanz und hatte massive Blähungen. Ab auf die Wärmflasche und zum Doktor, dort wurde ihm Schmerzmittel, Vitamine und Entkrampfungsmittel gespritzt.
Darauf ging es ihm wieder gut, aber der Schein trügt. Nach wiederum einer Woche kam ich von der Arbeit nach Hause und was mußte ich feststellen? Da war sein Kopf schief und er hatte beim Laufen einen Rechtsdrall. Und wieder in die Tierklinik. Dort wurde er sofort geröntgt, Blut abgenommen und Kot untersucht. Und siehe da endlich eine Diagnose. Der Virus ist ausgebrochen und hat das Gehirn schon angegriffen. Darum die Schlafkrankheit und die Futterverweigerung. Er bekam gleiche eine Ladung Panacur, Baytril, Vitamin C, Vitamin B und eine warme Kochsalzlösung um ihn aufzuwärmen. Wieviel kann ich gar nicht sagen, die Ärztin meinte entweder hop oder top, die Medikamente würden für einen großen Hasen reichen, würde das aber nicht zu viel sein für unser kleines klapperdürres Häschen? Aber weit gefehlt, die Medikamente wecken sogar Tote auf. Am nächsten Tag mußte er schon seine Mausi ärgern. Zwangsernähren mußte ich ihn schon, damit der Darm wieder auf Vordermann kommt. Alle 2 Stunden bekam er Obst mit Zwieback und im Pfirsichsaft eingeweichtes Trockenfutter. Er wehrte sich wohl mit all seiner Kraft aber das war mir im diesem Fall wurscht, er mußte schließlich was essen. Dazu bekam er noch Kombivitamine und 40 mg Vitamin C extra. Nach dem dritten Tag hatte er die Nase voll und fraß wieder
selbstständig. Reingehauen hat er wie ein Scheunendrescher. Die Medizin Panacur und Baytril gab ich ihm noch 15 Tage lang. Die Kombivitamine bekommt er heute noch, auch wenn er sagt er brauche das Zeug nicht mehr. Ich hoffe das es überstanden ist. Außer seinem Schlappohr ist nichts mehr geblieben, außer daß er
noch sturer geworden ist. Ein richtiger Niederbayer halt, aber manchmal vergisst er daß ich auch einer bin.
 

 

Blackpanther

 
Beim ersten Auftreten der Krankheit habe ich (nichtswissend) diese auch nicht ernst genommen. Vom Tierarzt gab es weder Aufklärung, noch Hinweise dazu. Er empfahl uns unbedingt eine Trennung des Pärchens und Haltung des erkrankten Tiers in einem abgedunkeltem Raum. Der Arme, das hat ihn bestimmt nur noch mehr beunruhigt, deshalb gab es auch nach 3 Tagen noch keine Anzeichen der Besserung. Erst am 5. Tag konnte er die Hinterläufe wieder einsetzen, das war eine Freude. Ich habe wirklich jeden Tag weinend vor dem Gehege gesessen, mein Freund musste ihn füttern und spritzen. Ich konnte meinen Schatz einfach nicht da sitzen sehen, völlig unfähig sich zu bewegen, er wusste doch selbst gar nicht was plötzlich mit ihm los war.
Als mein Süßer nach einem halben Jahr erneut Lähmungserscheinungen hatte und sämtliche Lebenslust aus ihm gewichen war, habe ich sofort den Tierarzt gewechselt. Dort bekam ich auch erstmals zusätzlich zum Antibiotikum ein Wurmmittel und hilfreiche Tips zur Krankheit. Habe meine Ninis auch zusammen gelassen, diesmal war er viel schneller wieder heile. Aber es ist ein absolutes Sche...gefühl, immer in der Angst zu leben, die Krankheit bricht wieder aus und man ist einmal nicht schnell genug um sofort Maßnahmen einzuleiten...
Eure Seite hilft wirklich sehr viel weiter. Danke!

 

 
 

Eowyn

 
Sonntag morgens im Sommer 2005 saß Eowyn morgens apathisch im Gehege. Als ich die Tür öffnete, fiel sie ohne die Stütze sofort um und kullerte immer im Kreis umher. Zudem war der Kopf um etwa 45° geneigt.
Wir haben sofort die TÄ verständigt und sind mit ihr vorbeigefahren. Aufgrund der Symptome und nach einer negativ verlaufenden Untersuchung der Ohren auf Entzündung hin, waren wir uns relativ sicher, dass die Kleine E.c. hat. Letzte Gewissheit sollte eine Laboruntersuchung bringen, doch wir begannen sofort mit Antibiotikum und Panacur für sie und die anderen Tiere. Zudem bekam sie täglich Baytril von mir verabreicht. Die Laboruntersuchung brachte Gewissheit, doch zum Glück haben wir relativ rasch nach etwa 2 Wochen den schiefen Kopf weg bekommen und auch der Gleichgewichtssinn hat sich vollständig erholt. Die restlichen 3 Kaninchen haben wir nicht testen lassen, jedoch hat auch keines die Symptome gezeigt und wir haben nach rund 3 Wochen alle wieder zusammen gelassen.
Nach nun einem 3/4 Jahr bekommt sie noch wöchentlich Vit-B-Komplex von mir, aber sie hatte keinen Anfall mehr trotz einem stressigen Umzug zwischendurch und nur noch beim Schlafen fällt ihr Kopf stark zur Seite hin weg. Ansonsten fällt ihr schiefer Kopf kaum auf.