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Geronimo
Am 19.04.05 erhielten wir den
Anruf einer Frau, die ein Kaninchen im Wald gefunden
hatte. Ich fuhr hin und sah sofort, daß der kleine
Kerl schwer krank war: Schiefhals. Weiter hatte er
extrem lange Krallen (also wohl aus Käfighaltung), er
war apathisch, stark abgemagert und ausgetrocknet.
Warum man dieses arme Wesen ausgesetzt hatte, war
klar: um Tierarztkosten zu sparen. Wenn er nicht
gehalten wurde, kreiselte er so sehr, daß er sich unmöglich
hätte ernähren und nicht einmal aus einer Pfütze hätte
trinken können. Er wäre inmitten des Frühjahrsgrüns
verhungert, verdurstet oder in einer Pfütze
ertrunken.
Der Tierarzt hatte noch zu, also nahm ich das
Zwergkaninchen mit zu mir. Erst einmal bekam er
Traubenzuckerwasser, das er überdurstig aus der
Spritze nahm. Danach erhielt er einen Brei aus
Critical Care und Baby-Brei. Haferflocken, die wir
sonst gern zum Päppeln nehmen, ließ ich weg.
Bei einer Infektion mit Enzephalotozoon Cuniculi können
die Nieren betroffen sein und dann sind Haferflocken
nicht gut. Dann richtete ich
einen Käfig mit einem Pappkarton als Häuschen und
weichen Decken auf dem Boden und an den Wänden ein.
Am Nachmittag fuhr ich mit "Geronimo" (ich
hoffte, daß dieser Zwerg ebenso tapfer kämpfen würde
wie sein indianischer Namenvetter) zum Tierarzt. Da
die Ohren in Ordnung waren, weder Lähmungen noch
Kopfverletzungen zu finden waren, lautete die
Diagnose: Enzephalitozoon Cuniculi! Wir besprachen die
Therapie: Vitamin B, Chloramphenicol, Panacur,
Augensalbe für das Auge, das beim Rollen Berührung
mit dem Boden hatte, sowie täglich 1 - 2 mal eine
Injektion
mit Serumelectrolyt-Lösung mit Glukose. Weiter
Zwangsernährung und zusätzliche orale Wassergaben.
Mit Geronimo und all den Medikamenten fuhr ich nach
Hause. Die nächsten Tage ging es erst einmal bergauf:
Geronimo begann, selbständig zu essen und zu trinken
und er kreiselte weniger. Am 4. Tag ging es ihm plötzlich
sehr viel schlechter und über Nacht hatte er - obwohl
er ja eh schon so dünn war - noch einmal 150 g
abgenommen. Ich stopfte ihm ein Kissen in sein Häuschen,
so daß er sich darin nicht mehr seitwärts drehen
konnte. Er aß nichts mehr, trank
allerdings sehr viel (waren die Nieren bereits
angegriffen?), wirkte völlig apathisch, die Augen
verdrehte er ständig, und wenn er nicht in
seinem ausgepolsterten Karton saß, drehte er sich wie
ein Kreisel um die Längsachse. Es war ein furchtbarer
Anblick. Ich hatte schon gleich zu
Beginn mein Bett im Wohnzimmer bei ihm aufgeschlagen,
doch nun war an Schlafen nicht mehr zu denken. Er kam
nicht zur Ruhe, verließ daher immer wieder den
Karton, um dann durch den Käfig zu rollen. Er hatte
großen Durst, konnte aber nicht mehr allein aus dem
Napf trinken. Also
verbrachten ich die Nächte damit, ihn gerade zu
halten, damit er wenigstens etwas Ruhe fand, ihm
Wasser und Brei mit der Spritze zu geben und ihn nun
auch nachts noch einmal per Injektion zu bewässern.
Als die erste Woche vorüber war, riet unser Arzt zum
Einschläfern. Doch im Internet hatte ich gelesen, daß
einige Kaninchen nach ca. 3 Wochen Therapie überlebt
hatten. Also ließ ich ihm Cortison spritzen und wir
machten weiter. In den folgenden 2 Wochen war ich
selber zweimal kurz
davor, ihn erlösen zu lassen - zu schlecht ging es
ihm. Doch jedes mal, wenn ich mir abends oder nachts
sagte: "Morgen früh fahren wir zum Arzt,
es geht einfach nicht mehr.", entdeckte ich etwas
an Geronimo, das mich zurückhielt. Beim ersten Mal
kaute er morgens an einem kleinen Kohlrabiblatt. Beim
zweiten Mal reagierte er das erste Mal seit Wochen auf
mich: Er machte zwei gewollte und gut koordinierte
Hoppler weg von mir (die ihm immer Spritzen gab und
Medikamente einflößte). Also weiter.
Seine Fortschritte, die anfangs auch hätten zufällig
oder Einbildung meinerseits hätten sein können,
wurden immer augenscheinlicher und klarer erkennbar.
Nach 22 Tagen setzte ich die Medikamente langsam ab
und stellte auch die Zwangsernährung ein. Geronimo aß
und trank von
allein, guckte mich aus klaren und ruhigen Augen an,
peilte ein Ziel an und hoppelte darauf zu. Allerdings
war seine Kopfschiefhaltung geblieben
und wenn er sich aufregt, macht er schon noch mal eine
Längsdrehung.
An warmen Tagen setze ich ihn nach draußen in einen
Auslauf, was er ganz offensichtlich toll findet. Auch
vor mir hat er nicht mehr die starke
Angst ... ich quäle ihn ja auch nicht mehr.
Vor zwei Tagen stellte Geronimo das Essen ein und ich
befürchtete einen Rückfall. Also griff ich sofort
wieder zum Panacur und Päppelbrei. Doch
dann fiel mir auf, daß er seine geliebte rote Paprika
zwar in den Mund nahm, sie aber dann wieder
ausspuckte. Wir fuhren zum Tierarzt und ich
ließ seine Zähne kontrollieren. Und wirklich: Die
Backenzähne auf seiner nach oben gerichteten
Kopfseite waren zu lang und pieksten ihm in Zunge und
Wange. Sie müssen gekürzt werden. Doch da er recht
kopfscheu ist, will der Arzt ihn in Narkose legen,
wovor ich große Angst habe.
Allen Zweibeinern, die ebenfalls ein
Schiefhalskaninchen pflegen und manchmal am
Verzweifeln sind, möchte ich sagen: Ja, es ist eine
furchtbare Krankheit, es ist Quälkram für Tier und
Mensch, es sieht fürchterlich aus und man leidet beim
Anblick des Leids des kleinen Geschöpfes ganz
schrecklich und ja, es kann auch tödlich enden. Doch
es gibt eine Überlebenschance und wenn ich Geronimo
in der Sonne liegen sehe, wie er sich genüsslich nur
die besten Halme aus dem Rasen einverleibt oder
neugierig auf die Katze zuhoppelt, dann bin ich
dankbar, die Berichte über wochenlange Therapien im
Netz gefunden und
nicht zu früh aufgegeben zu haben. Denn auch wenn
Geronimo mit seinem schiefen Köpfchen etwas merkwürdig
aussieht ... für ihn ist die Welt
wieder im Lot.
Liebe Grüße von Geronimo und Karen
Ich möchte nicht allzuviel erzählen...
der Tod meines Kleinen ist heute auf den Tag genau 4
Wochen her und ich bin immer noch nicht drüber
hinweg.
Von einer auf die andere Sekunde hatte Chuck Lähmungserscheinungen
der Hinterläufe. Ich bin sofort mit ihm zum Doc.
Daraufhin wurde der Verdacht auf e.C. gestellt und
alle Untersuchungen und Behandlungen unternommen. Das
Blut wurde ins Labor eingeschickt und das Ergebnis mit
1:80 positiv war 2 Tage später da.
Er konnte überhaupt nicht mehr hoppeln und zog sich
nur durch die Gegend bzw. lag einfach nur rum. In der
Zeit hatte er noch eine Staphylokokkeninfektion und
wurde auch deswegen noch behandelt.
Seine Partnerin habe ich auch testen lassen... aber
etwas später, mit dem gleichen Ergebnis: positiv! Sie
einen Titer von 1:648, allerdings ohne Symptome.
Daraufhin wurde sie auch sofort mit Panacur
mitbehandelt.
Leider habe ich in absoluter Panik die 2 getrennt, was
sich im Nachhinein als unnötig herausstellte. Aber da
E.C. hochansteckend ist, wusste ich mir nicht anders
zu helfen. Sie hätte genauso negativ sein können und
ich hätte sie sonst wissentlich in Gefahr gebracht!
Nach einer Woche Trennung ist sie auf ihn losgegangen
und eine Vergesellschaftung mit Stress bei Chucks
Erkrankung konnte ich ihm nicht zumuten.
Da Chucky vollends gelähmt war und sich demnach auch
nicht putzen konnte, musste ich ihn 2-3 mal am Tag
waschen und Fönen. Am Ende ist ihm das Fell durch den
Urin bis zum Bauch ausgefallen und somit musste ich
ihn dann noch 2 mal am Tag komplett eincremen um seine
Haut zu schützen.
Ich hatte einen 24 Stunden Job und habe mir auch
einige Tage Urlaub genommen um für ihn da zu sein.
Es ist das Schrecklichste was ich je mitgemacht habe,
diese Hilflosigkeit frisst einen auf, grade wenn man
seine Tiere so sehr liebt wie ich. Ich tu alles für
sie, ich geb mein letztes Hemd für sie!
Leider hat all meine Mühe und Hoffnung nichts
gebracht.
Ich musste ihn am Ende einschläfern lassen, das Leid
war nicht mehr mitanzusehen. Ich hatte ihm versprochen
dass ich ihn erlöse wenn er es mir zeigt. Und er hat
es mir gezeigt, am 11.05.! Er war total apathisch, gar
nicht da, frass nicht, trank nicht und lies sich
einfach nur auf die Seite fallen.
In dem Moment war klar was ich tun musste... der
schwerste Gang seit langem. Aber jetzt hat er es
besser! Ich habe ihn noch 3 Stunden nach seinem Tod in
den Armen gehalten...
Eine ganze Woche hab ich nur durchgeheult und auch
jetzt wo ich alles schreibe kullern die Krokodilstränen.
Ich werde lange brauchen um über seinen Verlust
hinwegzukommen.
Er liegt jetzt begraben bei meinen Eltern im Garten.
Ich habe ihm ein Grab gebaut mit Grabsteinen und
Blumen gepfanzt. Jeden Abend brennen 2 Kerzen.. als
Gedenken an ihn.
Es war einfach nur schrecklich.. dennnoch würde ich
es jederzeit wieder versuchen, ein Kaninchen zu
heilen.
Chuck und ich waren uns noch nie vorher so nah wie in
diesen 4 Wochen. Er hat mir in der Zeit zum ersten Mal
die Hand abgeleckt und mir deutlich gezeigt, dass er
mir dankt für das was ich für ihn tue.... Das war
mein Trost in schweren Stunden der Verzweiflung.
Ich würde jedem Mut machen der versucht seinem
Kaninchen zu helfen. Es besteht immerhin eine Chance,
auch wenn sie noch so klein ist, aber sie ist da!!! Es
kann gut ausgehen!!!
Eines Tages bemerkte ich, dass
sich Snowy, mein ca. 1-2 jähriges, weißes Kaninchen
ein wenig anders verhielt als gewöhnlich. Ich las
durch Zufall ein paar Tage zuvor im Internet einen
Bericht über E.Cuniculi und ich schaute mir die
"Symptome" meines Kaninchens genauer an. Da
die Symptome noch nicht ausgeprägt waren, das heißt,
sie hatte nur leichte Koordinationsschwierigkeiten und
den Kopf hielt sie von Außenstehenden nicht erkennbar
schief, dachte ich mir, ich würde mir das Ganze wegen
des zuvor gelesenen Berichts sicher nur einbilden und
entschloss mich, ein paar Tage abzuwarten.
Nach ca. 2 Tagen wurden die Symptome jedoch immer
schlimmer und ich beschloss, mit Snowy zu meinem
Tierarzt zu fahren. Dieser untersuchte zuerst ihr Ohr,
da es ja auch eine Mittelohrentzündung sein könnte.
Doch dies schloss meine Tierärztin gleich aus und
meinte gleich, dass es wohl E.Cuniculi sein könnte.
Sie gab mir also Fenbendazol-Tabletten mit und meinte,
ich solle ihr jeden Tag eine viertel Tablette geben.
Außerdem spritzte sie ihr einen Vitamin-B-Komplex.
Zu Hause angekommen zerstampfte ich die Tablette und rührte
sie unter Karottenbrei. Diesen gab ich Snowy dann mit
Hilfe einer Einwegspritze ohne Kanüle. Das klappte
ganz gut, auch wenn es recht ungewohnt war.
Nach 2 Wochen musste ich dann zur Nachuntersuchung. Da
sich der Zustand meines Kaninchens verbessert hatte
und eigentlich nichts mehr von den Symptomen erkennbar
war, beschloss die Tierärztin, das Fenbendazol
abzusetzen. Mir kam das ein wenig seltsam vor, da ich
gelesen hatte, dass man die Tabletten mindestens 30
Tage geben sollte. Doch ich machte, was die Tierärztin
sagte und dachte, es wäre vorbei.
Doch nach ein paar Tagen verschlechterte sich Snowys
Zustand schlagartig und ihr Kopf war schiefer denn je.
Ich ging also schnell zur Tierärztin und sie gab ihr
nochmals einen Vitamin B Komplex und und mir Tabletten
mit. Diesmal verlängerten wir die Behandlung auf 30
Tage. Ich hielt dies auch ein und setzte die Tabletten
langsam ab. Danach waren zum Glück keine Symptome
mehr zu erkennen und meine kleine Snowy ist bis heute
(heute ist sie 5 Jahre alt) kerngesund und hatte
keinerlei Rückfälle. Ich hoffe, sie wird nie mehr
diese Krankheit haben.

Maxi
Maxi war ein dürres Kaninchen, als
ich sie vor über zwei Jahren aus dem Tierheim holte.
Sie schien ziemlich weit unten in der Rangordnung zu
stehen und stürzte sich deshalb auf alles, was es zu
fressen gab, beseelt vom Ehrgeiz, es restlos zu
vertilgen, was ihr ein paar sehr weibliche Rundungen
bescherte. Bis August letzten Jahres lebte sie mit
Figaro zusammen, der zu meinem großen Kummer 9-jährig
wegen eines inoperablen Abzeß eingeschläfert werden
musste. Mitte Oktober 2004 kam Chester zu uns. Er war zu
dem Zeitpunkt eineinhalb Jahre alt und ist ein sehr
sensibles, zurückhaltendes Kerlchen, der überhaupt
nicht verfressen ist, eine Premiere in meinem
Kaninchenhalterdasein! Chester ist so feinfühlig, dass
er den Umzug von seinem alten Pflegeplatz hierhin nicht
gut verkraftet hatte, und dies bescherte mir den ersten
Kontakt mit E. Cuniculi: er erkrankte daran zwei Wochen
nach seinem Einzug. Nach überstandener Krankheit und
Beendigung der Medikamenteneingabe im Januar dieses
Jahres war ich froh, dass Maxi (6 Jahre alt) und Chester
gesund und guter Dinge ihre Tage miteinander verbrachten
und einen freundlich-kuschligen Umgang miteinander
pflegten. Fünf Monate nach Chesters Gesundung kam ich
morgens ins Hasenzimmer, um den beiden ihr Frühstück
zu servieren. Chester kam meistens nur im Schlepptau
angehoppelt, weil Maxi das Zeug so interessant fand,
aber diesmal kam er alleine. Ich sah nur noch Maxis
Hinterbeine, wie sie sich unter dem Schrank verkroch.
Ich rätselte: Hatte ich sie irgendwie erschreckt? Können
Kaninchen, weshalb auch immer, beleidigt sein? Hatte sie
einen schlechten Tag? Selbst wenn, sie kam IMMER zum
Fressen, das war ihr Heiligtum... ich beschloß, Ihr
Verhalten nicht auf die Goldwaage zu legen und ging zur
Arbeit. Mittags schaute ich ins Zimmer, und da lag sie
mit Chester auf ihrem Siesta-Platz, als wäre nichts
gewesen. An diesem Mittag war mal wieder Badetag
angesagt, weil sie durch ihren ständigen Durchfall ein
völlig verklebtes Hinterteil hatte und sich durch ihre
große Wamme nicht selber putzen konnte. Jetzt könnte
man anmerken, dass ein fettleibiges,
durchfallverkrustetes Kaninchen dringend einer Diät
bedarf, um sich wieder selbständig durchs Leben
schlagen zu können, aber wie ich bereits anfangs erwähnte,
ist Chester ein Fressmuffel, und ich hatte Angst, dass
er zu kurz kommt, da beide Tag und Nacht frei im eigenen
Zimmer lebten. Ich versuchte, Maxi einzufangen, was sie
wie gewohnt mit ein paar gekonnten Haken zunächst zu
verhindern wußte. Sie haßte Baden! Dem Part nach dem
Bad konnte sie sonst allerdings einiges abgewinnen, da
wir uns nach vollbrachter Überschwemmung des
Badezimmers immer auf die Couch legten und ein paar
Schmuserunden einlegten. Als wir diesmal mit dem Baden
fertig waren, setzte ich sie auf der Badematte ab und
bemerkte, dass etwas mit ihr nicht stimmte: sie war so
taumelig. Als ich sie wieder hochnahm, verdrehte sie
ihren Kopf so komisch, dass ich grübelte, ob es E.
Cuniculi sein könnte. Nach zwei Stunden packte ich sie
ein und fuhr zum Arzt. An diesem Tag war es sehr heiß,
und ich hoffte noch, dass das Taumeln eventuell etwas
mit dem Herzen oder Kreislauf zu tun hatte, nur nicht E.
Cuniculi, bitte, und beim Arzt standen als Diagnose
wieder einmal mannigfache Diagnosen zur Verfügung:
Mittelohrentzündung, Hämatom, Abzeß, ... ich wußte
es nicht. Es war anders als bei Chester, er war erschöpfter
und lag ständig lang auf der Seite und drehte von
Anfang an das Köpfchen schief, während Maxi
"nur" taumelig war und das Köpfchen grade
hielt, wenn nicht gerade ein Mensch sie stresste. Nach
der Untersuchung (Fiebermessen, Urin abdrücken) bekam
sie Vit.-B-Komplex und Antibiotika gespritzt und ich
bekam den Auftrag, eine Kotprobe vorbeizubringen. Zu
Hause sprang sie aus dem Transportkörbchen und hoppelte
wieder auf ihren Lieblingsplatz. Wiederum nach zwei
Stunden hatte ich den Eindruck, dass es ihr schlechter
geht und sie den Kopf schief hält. Ich fuhr mit ihr
noch einmal zum Tierarzt, wo ich mithilfe einer aufgeklärten
Sprechstundenhilfe den Vertretungsarzt davon überzeugen
konnte, dass Maxi jetzt zusätzlich Kortison und
Entwurmung bräuchte. Der Arzt überflog auf mein
Anraten hin im Internet den Artikel von Frau Dr.
Drescher und ließ sich dann auf unser inständiges
Einreden ein. Zur "Krönung" des Tages wäre
Maxi fast noch vom Behandlungstisch gesprungen. Die nächsten
drei Tage fuhr ich mit Maxi zum Arzt und ließ ihr dort
die Medikamente eingeben. Auf der Fahrt dorthin fiel mir
auf, dass ihr Auge ständig hin- und her wanderte, und
ab dem dritten Tag sah das nach oben gewandte Auge aus,
als wolle es gleich herausfallen. Der Kopf war
mittlerweile fast um 90 Grad gedreht. Am vierten Tag
fing das Auge zusätzlich an zu tränen, und sie hielt
ihr Köpfchen immer schiefer. Ich ließ mich nicht
entmutigen, da Chesters Zustand sich genauso
verschlechtert hatte, und gab die Medikamente weiter,
nur: Maxi fraß kaum noch. Um ihren Darm in Gang zu
halten, kochte ich selbst Möhren- und Apfelbrei mit
Haferschleim, womit ich ihr die Medikamente "versüßte"
und gleichzeitig zufütterte (sie liebte Hafer). Ich war
mir sicher, sie würde selbst wieder fressen, wenn sie
dazu in der Lage wäre, was sie auch am 8. Tag tat.
Stolz wie Oskar auf meine Lütte, stellte ich die
Zwangsernährung nach und nach ein und man konnte sehen,
dass sie versuchen wollte, weiterzuleben, aber: jedes
mal, wenn ich ihr die Medikamente eingab, wurde die
Schiefhaltung schlimmer, das Auge verbesserte sich trotz
Antibiotikum nicht, und dann begann sie, sich um sich
selbst zu drehen. Ihren Durchfall hatte sie natürlich
auch noch, bzw. der Durchfall betraf nur ihren
Blinddarmkot, sodass ich am 12. Tag versuchte, ihr
wieder den Po zu waschen. Eine Tortur für sie: sie
drehte sich wie ein pelziger kleiner Aal zwischen meinen
Händen und war vollkommen durchnäßt und erschöpft,
als ich nach ein paar Sekunden den Versuch abbrach.
Danach lag sie seitlich, ganz still und mit rollendem
Auge auf der Badematte, und ich konnte ihr, ohne sie
festzuhalten, den Po säubern. Es war schrecklich, ich
dachte, ich hätte sie umgebracht. Nachdem sie wieder in
ihrem Zimmer war, legte ich sie unter den Schreibtisch,
wohin sie während ihrer Krankheit immer gewandert war,
weil sie sich dort am sichersten fühlte und anlehnen
konnte. Die Tage vergingen, sie bekam Medikamente, ihr
Zustand wurde immer schlechter. Ständig fiel sie
irgendwo im Zimmer um und versuchte verzweifelt, wieder
Boden unter die Pfötchen zu bekommen, was ihr immer
weniger gelang. Ab und zu fand ich sie, versuchte, sie
zu beruhigen (war natürlich für den Eimer, weil ich
bei der Medikamenteneingabe auch ständig auf sie
einredete, und das machte sie noch panischer), später
ging ich nur noch einfach hin und stützte sie ab. Ich
überlegte, sie von Chester zu trennen, sie zu ihrem
eigenen Schutz in einen Käfig zu setzen, aber er kümmerte
sich so liebevoll und ratlos um sie, und sie war immer
so glücklich, dass er da war und sie putzte und
ankuschelte, dass ich den Gedanken wieder verwarf. Um
Maxi nicht weiter mit Transporten zum Tierarzt zu quälen,
holte ich mir die Kortisondepotspritze beim Arzt ab und
ließ sie von einer herzensguten, hilfsbereiten
Sprechstundenhilfe meines Hausarztes hier zu Hause
verabreichen. Ab dem 18. Tag fiel Maxi ständig um, sie
war nicht in der Lage, ein Ziel irgendwie anzupeilen,
und wenn, dann brauchte sie für einen halben Meter Weg
immer länger, ständig unterbrochen durch das
Hinfallen, das panische Sich-um-sich-selbst-Drehen. Sie
war total erschöpft. Man konnte sehen, wie gerne sie
gefressen hätte, wenn der Zufall sie mal wieder in die
Nähe ihres Freßnapfs gespült hatte. Das Klingeln des
Futters, wenn ich es in den Napf gab (sie kam dann immer
angerannt und umkreiste wie ein plüschiger Geier meine
Füße, ich sollte doch endlich, endlich den Napf
hinstellen...!!), ließ sie den Kopf heben, sie
versuchte, aufzustehen, fiel hin, überschlug sich,
verzweifelte, war erschöpft. Trotz allem fuhr ich mit
ihr in die Tierklink, wo die diensthabende Ärztin mir
riet, das Antibiotikum wieder zu geben. Mehr könne sie
nicht tun. Ich bekam Augentropfen für ihr Auge, was an
diesem Morgen rot und irgendwie gebrochen aussah. Im
Laufe der nächsten 48 Stunden konnte Maxi nicht mehr
selber trinken, der Kopf war zu schief, das Schlucken
ging nicht mehr, es rann ihr alles heraus, sie
wollte/konnte nicht mehr fressen. Am Montagmorgen kam
ich ins Zimmer und fand sie liegend und schwer atmend
unter dem Schrank. Sie war völlig erschöpft,
apathisch, sie war am Ende. Sie konnte nicht mehr. Sie
hatte aufgegeben. Ich war verzweifelt. Chester war völlig
verstört, weil er ihr ja nur helfen wollte, aber sie
war irgendwie nicht mehr da. Ein letztes Mal rief ich
den Tierarzt an und bat ihn, sie hier zu Hause zu erlösen.
Sie ist schon während der Narkose gegangen.

Chester
Chester ist ein mittlerweile zwei
Jahre junger, sensibler und schüchterner Kerl von der
Bunnyhilfe. Mein vorhandenes Kaninchen Maxi hatte ihn
sich regelrecht ausgesucht, und so zog er im Oktober
2004 bei uns ein. Da Maxi anfing, ihm bei der
"Vorstellung" zwischen vier anderen Kaninchen
in einer völlig fremden Umgebung das Gesicht zu putzen,
nahm ich an, dass die beiden sich in einem 14qm-Zimmer
miteinander verstehen und notfalls aus dem Weg gehen würden.
Nach unserer Ankunft zu Hause setzten wir Maxi in den Käfig,
damit Chester das Zimmer in Ruhe erkunden konnte.
Nachdem beide zur Ruhe gekommen waren, wagten wir es,
den Käfig von Maxi zu öffnen. Ein Riesenfehler:
Nachdem sie anfänglich freundlich auf ihn zugewackelt
kam, änderte sch ihr Verhalten schlagartig, als er sich
zu bewegen wagte. Sie jagte ihn und vermöbelte ihn nach
Strich und Faden. Bis wir die beiden trennen konnten,
vergingen einige Minuten. Danach teilten wir das Zimmer
in der Mitte mit einem Kaninchengehege ab, stellten in
jede Hälfte einen Käfig, ein Klo, Heu, Wasser, .....
und warteten die nächsten Tage ab. Chester ließ sich
nicht blicken. Es war ihm alles zuviel, und wer konnte
ihm garantieren, dass diesem braunen Ungeheuer auf der
anderen Seite nicht Flügel wüchsen und es zu ihm hinübertrugen?
Maxi war außer sich vor Freundlichkeit und taperte den
ganzen Tag wie ein Grenzsoldat an der Einfassung rauf
und runter. Nach kurzer Beratschlagung verpflanzten wir
Chester aus seinem (offenen) Käfig in das Gehege und
sperrten den Käfig und den Schrankunterschlupf zu. Am
selben Abend lagen beide, nur durch das Gitter getrennt,
nebeneinander, versuchten sich gegenseitig das Grünzeug
wegzuziehen und bald darauf begann Chester, am Zaun
herumzuknibbeln und zu rütteln. Nichtsdestotrotz ließen
wir die beiden etwa zwei Wochen getrennt, da Chester
nicht gerne fraß und ich den Eindruck hatte, er
verweigert sein Fressen aus Heimweh. Er hatte sich aber
erholt und schien nun genug Selbstbewußtsein zu
besitzen, sich unserer Lütte zu stellen. Als er mal
wieder an der Zaunbefestigung herumknabberte, zog ich
den Verbindungsstab heraus. Verdutzt machte Chester sich
an die Erkundung von Maxis Zimmerseite, während sie
hinter seinem Rücken in seine Hälfte schlich: Wohnst
Du schöner als ich? Als jeder ausgiebig Toilette, Käfig
etc. des anderen ausprobiert hatte, schien Maxi wieder
ihre Banzai-Nummer in Erwägung zu ziehen. Doch sie
hatte nicht mit Chester gerechnet, der laut brummelnd
eine Liebesattacke nach der anderen auf sie startete.
Unsere kleine Grazie wußte gar nicht, wie ihr geschah,
und sie wackelte völlig erschöpft, nach einem
Unterschlupf suchend, durch das Zimmer, während Chester
nach 15 Minuten nun sein Hausrecht geklärt hatte. Ein
paar Stunden später war Abendbrot angesagt, und beide
kamen zum Napf und fraßen friedlich, als würden sie
das schon immer so machen, aus dem Mampfschälchen.
Alles geregelt. Eine Woche später kam ich morgens ins
Zimmer und servierte das Frühstück, doch Chester kam
nicht. Ich beobachtet ihn den ganzen Tag: er lag
meistens unterm Schrank, interessierte sich weder für
Maxi noch fressen noch für irgendetwas. Abends lag er
schräg, hielt seinen Kopf im 45°-Winkel und robbte
sich taumelnd auf der Seite liegend vorwärts. Zunächst
dachte ich noch, dass Maxi eventuell daran Schuld trüge,
hatte sie etwa versucht, ihn wieder zu verprügeln? Aber
ich hatte die Hasen die ganze Woche nur friedlich und
beieinander liegend vorgefunden. Ich konnte mir das
nicht vorstellen. Alarmiert setzte ich Chester in einen
Käfig in der Hoffnung, er brauche nur Ruhe und würde
mich morgens sitzend und aller Fressalien entledigt begrüßen.
Chester dachte gar nicht daran: Am nächsten Morgen
schien er sich nicht bewegt zu haben, der Kopf war
verdreht. Ich packte ihn ein und fuhr zum Tierarzt, der
eine Gehirnerschütterung in Erwägung zog. In meinem
Hirn rumorte es, da ich nachts das Internet nach
Hasenkrankheiten durchforstet hatte und auf E. Cuniculi
gestoßen war, Schiefhalssyndrom, so sah der arme Kerl
doch aus! Nein, das wäre eher unwahrscheinlich.
Stattdessen wurde Chester eine "Depotspritze"
Antibiotikum verabreicht, Kortison und Vit.-B-Komplex.
Der ganze Mix sollte 5 Tage halten. Ich war
verunsichert: Sollte das nur eine
Tierhaltermodekrankheit sein? Zu Hause fasste ich mir
ein Herz und druckte mir den Artikel von Dr. Birgit
Drescher aus und verlangte eine Wurmkur, die ich dann
auch bekam. Ich rief bei der Bunnyhilfe an, und die
ehemalige Pflegestation von Chester war völlig
geschockt von seinen Symptomen, da er völlig gesund
war, als er an mich abgegeben wurde und nun auch noch
ein uninformierter Tierarzt an der Krankheit dran war.
Mir schwirrten 1.000 Fragen im Kopf herum: Gibt es überhaupt
eine Antibiotikum-Depotspritze? Kann doch gar nicht
sein, wenn ich krank bin, muss ich doch auch jeden Tag
verschiedene Medikamente in zeitlichen Abständen
einnehmen. Soll ich zu einem anderen Arzt? Am dritten
Tag fragte ich in der Tierklinik an, ob man dort diese
Krankheit kenne, und es wurde bejaht. Also den armen
Chester eingepackt, egal, ob sensibel oder gestresst,
hingefahren. Der Doc untersuchte Chester, spritzte ihm
Chloramphenicol, Kortison und Vit.B-Komplex, ich solle
ihm das Wurmmittel weitergeben. Ich fragte, ob ich noch
Kortison oder Vit.-B geben solle (wie es ja angeraten
ist)? "Daran muss man auch irgendwie glauben",
stellte er fest. Ich hätte platzen können vor Wut. Bei
der Bitte, mir wenigstens das Antibiotikum als Spritze
mitzugeben, da Chester trotz allem erheblichen
Widerstand bei der Medikamenteneingabe leistete, sagte
er mir, das Fläschchen wäre leer und das Mittel wäre
vom Markt genommen worden. Ich solle ihm das
Antibiotikum mit Möhrensaft geben (bis heute kenne ich
kein einziges Kaninchen, das Möhrensaft mag!). Chester
hat selbst mit Babybrei Probleme gehabt. Er mag nichts Süßes!
Beim Rausgehen erkannte eine Sprechstundenhilfe, die zufällig
an der "Rezeption" stand, mein
"Leid" mit Babybrei und Co. Sie rannte mir auf
die Strasse hinterher und gab mir Critical Care mit. Ein
Engel! Tags darauf versuchte ich, Chester die
Medikamente einzuflößen, mit dem Erfolg, dass sie überall
verteilt waren, nur nicht im Hasen. Verzweifelt wandte
ich mich wieder mit der Bitte an die Klinik, das
Antibiotikum zur subkutanen Behandlung nachzubestellen,
dass ich dem Tier wenigstens diesen Stress nehmen kann
(oberstes Gebot bei der Krankheit: RUHE), woraufhin der
Doc mir versicherte, "das würde jetzt für den
Menschen gebraucht werden", und wenn ich das nicht
schaffte, müssten sie ihn stationär aufnehmen (nur am
Rande: das Medikament wurde bei der späteren Erkrankung
von Maxi von einem anderen Tierarzt ohne Theater
verabreicht). Nun war der Zeitpunkt gekommen, wo ich die
Schnauze so richtig voll hatte. Die Medikamente von Dr.
Dreschers Liste "kannte" entweder keiner, oder
es wollte sie keiner verabreichen. Ich beschloss, mir
die Medikamente selbst zu besorgen und ihn nach der
Empfehlung in Dr. Dreschers Vortrag zu behandeln. Bei
meiner Suche nach Beistand zu dieser Krankheit und
Fachwissen in dieser Stadt war ich in einer Wüste
gelandet. Ich suchte im Internet (da gab es eure Seite
noch nicht), mailte mit Frau Dr. Drescher (die mir
Gottseidank auch antwortete), telefonierte mit der
Landschaftskammer Rheinland und machte Adriane von der
Bunnyhilfe mit meinen Fragen völlig wuschig. Inzwischen
war das Ergebnis von dem auf mein Verlangen erstellten
Bluttest angekommen: Positiv. Trotzdem steigerte sich
Chester von Tag zu Tag, wenn es die Eingabe von seinen
Medikamenten betraf: er strampelte immer kräftiger,
wurde wieder lebhafter und fressgieriger. Er fing an, um
Haferecken zu betteln, er rüttelte an dem Gitter zum
Flur, er rumpelte nachts an den Käfigen herum oder
versuchte, den Schrank aufzufressen. Jeden Tag wurde er
wieder ein bißchen mehr. Der Kopf war leicht geneigt,
was ihm einen ständig fragenden Gesichtsausdruck
verlieh, und abends ging es ihm immer besser als
morgens. Als er Mitte der dritten Woche Andreas bei der
Medikamenteneingabe in den Finger biß, schien er aus
dem Gröbsten heraus zu sein. Er ist nun seit fünf
Monaten gesund, und ich hoffe inständig, dass es trotz
dem Tod seiner Freundin Maxi auch so bleibt. Er ist ein
knuffiges, freundlich-verträumtes Kaninchen mit einem
leicht skeptischen Gesichtsausdruck, und ich hoffe, dass
wir noch viele Jahre miteinander verbringen dürfen.

Benny
ich bin heute zu meinen Kaninchen
zum Gehege gegangen und alles war okay. Ich habe 3
Kaninchen einen kastrierten Rammler (2 Jahre) und zwei
Weibchen (6 und fast 10 Jahre). Ich ging kurz ins Haus
um etwas zu hoen und als ich wieder kam lag meine Benny
(die fast 10 jährige) verkrampft auf dem Rücke mit
total verdrehtem Kopf. Ich habe versucht ihr zu helfen,
indem ich sie wieder aufsetzen wollte, doch sie krampfte
sich wieder zusammen. Ich wusste nicht, was ich machen
sollte und rief meinen Vater. Er wollte sofort den
Tierarzt anrufen und meinte ich könnte nichts machen
und sollte sie in Ruhe lassen, doch ich konnte nicht mit
ansehen, wie sie hilflos auf dem Rücken lag und sich
nicht bewegen konnte. ich versuchte noch einmal ganz
vorsichtig sie aufzurichten und dieses mal klappte es
und sie lief ein paar Schritte. Dann setzte sie sich hin
und blieb eine ganze Zeit so sitzen. Nach ca. 20 min
verkrampfte sie sich noch zwei mal aber nur ihr Kopf (
er bog sich ein bisschen zur Seite und nach hinten) aber
dann ist sie losgehoppelt hat etwas getrunken und
gegessen und jetzt sitzt sie wieder nur rum und bewegt
sich kaum. Manchmal presst sie so den Atem raus als hätte
sie etwas in der Nase, was raus sollte. und sie knirscht
ab und zu mit den Zähnen.
Eine Woche Später:
Heute ist der Tierarzt gekommen. Er hat sich ihre Augen
angeguckt und wir haben sie zusammen gewogen. Für sie
war es also so stressfrei, wie möglich. Da der Verdacht
auf e. cuniculi besteht hat der Tierarzt ihr Panacur
verschrieben. Die anderen beiden bekommen nichts, weil
es sehr selten nur vorkommt, dass es ansteckend ist.
Benny bekommt täglich 0,5 ml von mir in den Mund
gespritzt und bis jetzt habe ich noch nicht wieder einen
solchen Anfall beobachten können.

Lupin
Lupin nahm ich am 16.05.05 auf...
er kam im stark abmagerten zustand mit seiner Partnerin
hier an... er wurde zuvor im Tierheim nur mit Babybrei
ernährt, da sie fälschlicherweise annahmen, er könne
kein festes Futter zu sich nehmen...
Lupin erholte sich hier langsam, begann festes Futter,
Obst und Gemüse in kleingeschnittener Form zu sich zu
nehmen, bis ihm die Backenzähne gerichtet werden
mussten, danach stellte er das fressen ein, was eine
Zwangsernährung nötig machte...
das hatte ihn dann wohl so geschwächt, dass er am
Freitag Abend (22.07.05) plötzlich akute Lähmungserscheinungen
in allen Beinen zeigte... mit dem verdacht, dass er wohl
doch schon ziemlich alt ist, und nun versterben würde,
hatten wir uns schon fast verabschiedet,... mir kam der
verdacht auf e.c., so verabreichte ich ihm noch 2x
Panacur (je 0,3 ml) ... und Neytroph Tropfen ... die
nacht gaben wir ihm noch, dann ging’s am nächsten
morgen zum Ta, der aufgrund der Symptomatik den verdacht
zur Diagnose machte...
Lupin konnte sich von selbst nicht mehr aufrichten, wenn
er auf der Seite lag, konnte sich selber auch nicht
aufrecht halten, und zeigte vor allem linksseitig
deutlich schlechtere Reflexe als rechts.
Die medikamentöse Therapie durch den TA wurde
eingeleitet, und Lupin gelagert.
Die erfolge traten eigentlich schon am nächsten Tag
ein, wo er bessere Reflexe aufweisen konnte, aber leider
stellte er das fressen ein...
Täglich waren wir nun beim TA, da seine Verdauung
zusammenbrach, und wir vermuten mussten, dass er durch
die Zwangsehrnährung auch noch etwas in die Lunge
bekommen hatte...
Um den 26. oder 27. herum wurde Lupins zustand dann plötzlich
besser, er versuchte zu hoppeln, auch wenn es noch recht
eckig aussah, konnte sich selber wieder einigermaßen
aufrichten, wenn man ihn auf die Seite legte, nur
fressen wollte er nicht...Seit dem 29. ist er eigentlich
besser drauf denn je... sehr viel selbstbewusster
hoppelt er durch das Zimmer, frisst wieder mit sehr
gutem Appetit und die Verdauungsprobleme sind wieder
unter Kontrolle... Mithilfe von Bird Bene Bac als
Akutbehandlung und unter Weitergabe von Joghurt geht es
Lupin wieder sehr gut!

Charly alias Hoppel
Ihr müsst wissen das mein Hoppel
ständig Freilauf in der Wohnung hat. Immer wenn ich
nach meiner Arbeit abends nach Hause kam, muss er den
Fahrstuhl gehört haben und hat also immer vor der
Wohnungstür auf mich gewartet. Da ich zu der Zeit die
Einzigste war, die in diesem Haus dort gewohnt hat und
sonst niemand den Fahrstuhl benutzte, wusste er
wahrscheinlich das ich es bin die da ankommt. Jedenfalls
als ich an dem Abend nach Hause kam, saß kein Hoppel im
Flur und wartete auf mich. Ich wunderte mich zunächst
nicht darüber. Erst als ich sein Futter frisch
zubereitet und sein Wasser hingestellt hatte, fiel mir
auf das er gar nicht anhoppelt kam. Er kommt sonst immer
wenn ich ihn rufe. Ja dacht ich na dann will er wohl
seine Ruhe haben. Ja und dann ein paar Stunden später
das war so gegen 22.30 Uhr kam mir das dann doch nicht
so geheuer vor. Ich ließ nicht locker und rief und
lockte etc. Mit Erfolg, er kam ganz langsam und
vorsichtig unterm Bett hervor und dann mein Schreck, er
fiel immer seitlich um beim sitzen und wenn er laufen
wollte. Ich hab dann ein Tierarzt ausfindig machen können
der so nah wie möglich bei mir seine Praxis hatte, da
ich ja kein Auto zu der Zeit hatte. Ja mein Bruder hat
mir dann geholfen ihn wieder unter dem Bett
hervorzubekommen, da unter hatte er sich inzwischen
wieder versteckt. Wir sind dann gemeinsam zum TA
hingefahren. Er untersuchte nur die Ohren und meinte die
sind in Ordnung er kann nix finden. Aber ich soll ihn
mal eine Nacht zur Beobachtung da lassen und ließ sich
die Telefonnummer von meiner Arbeitsstelle geben. Am nächsten
Tag rief er dann an und meinte es ist alles in Ordnung
mit ihm, er frisst auch wieder etwas und ich könne ihn
mit nach Hause nehmen. Ich holte meinen Hoppel dann
wieder ab (Freitag Nachmittag) und musste feststellen
das er überhaupt nichts fraß, noch nicht mal seinen
Lieblingssalat. Dies sagte ich dem TA und wir
verabredeten uns für Samstagmorgen auf dem halben Weg
zu ihm (da ich ohne Auto war und es war Winter und kalt)
und er gab mir so ein öliges Zeugs mit (sollte ein Stärkungsmittel
sein) ich glaub das war Rinderserum oder ähnliches und
dies sollte ich meinem Hoppel übers Futter
verabreichen. Hat er natürlich gemerkt und nichts
gefressen. Ja und am Montag hab ich mir dann aus dem
Branchenbuch einen anderen Tierarzt gesucht der auf
Kleintiere und Frettchen spezialisiert war. Da rief ich
erst mal vorsorglich vorher an und erzählte ihr alles.
Und diese TA meinte sofort am Telefon das hört sich so
an als wenn er was mit seinen Ohren hätte, ich solle
sofort kommen. Also Hoppel wieder in die Transportkiste
gesteckt und ab zur Tierärztin. Ja und als sie Hoppel
aus der Transportkiste rausholte, da hatte er inzwischen
die Schiefhaltung bekommen. Sie hat seine Ohren ganz
genau untersucht, hat ihn gewogen und dann hat er eine
Cortisonspritze und eine Antibiotikaspritze bekommen. Für
zuhause hab ich dann auch noch Antibiotika samt
Einwegspritze ohne Kanüle mitbekommen. Dieses
Antibotika sollte er dann noch die nächsten 2-3 Tage
von mir verabreicht bekommen. Ja und nach 1 Woche sollte
ich dann noch mal mit Hoppel kommen. Sie untersuchte ihn
dann noch einmal gründlich, inzwischen war die
Schiefhaltung nur noch minimal und umgefallen ist er gar
nicht mehr und gefressen hat er auch wieder. Die Tierärztin
meine noch zu mir ich soll ihm als Dauermedikament ein
Vitamin-B-Komplex-Präparat verabreichen und es kann
sein das die Schiefhaltung nicht ganz weggeht oder wenn
doch das sie immer wieder zum Jahreswechsel ausbricht.
Also ich hab meinem Ninchen dann jahrelang das
Vitamin-B-Präparat ins Trinkwasser getan.
Ich muss sagen diese Tierärztin hat meinem Hoppel das
Leben gerettet. Die Schiefhaltung ist nach ca. 3 Wochen
komplett verschwunden und seitdem hat er diese
Erkrankung nie wieder bekommen. (1999 erkrankte mein
Hoppel)

Filou
Unser kleiner Sonnenschein Filou
war erst 2 1/2 Jahre alt und lebte glücklich und gesund
mit ihrem Gefährten Paul in unserer Wohnung. Filou war
ein ganz besonderes Kaninchen - voller Liebe, Zärtlichkeit,
immer verschmust und anhänglich, nie böse oder
aggressiv. Ein richtiger, kleiner Sonnenschein in
unserem Leben.
In der Nacht auf den 23.09.05 wurden wir von einem
unbekannten Geräusch geweckt. Ein Nachschauen ergab,
dass die kleine Filou sich ungewohnt fortbewegte, das
kleine Köpfchen stand schief und die Hinterbeine
lahmten ein wenig. Noch in der Nacht um 4.00 Uhr sind
wir mit ihr zum Tierarzt gefahren, der alle nötigen
Sofortmaßnahmen einleitete und uns mit der Krankheit
konfrontierte. Schon am nächsten Tag ging es Filou
besser! Sie muckelte wieder mit ihrem Freund Paul,
wartete ungeduldig auf ihr Fressen und begann wieder
richtig zu hoppeln. Voller Freude über den schnellen
Behandlungserfolg gönnten wir uns am Abend ein auswärtiges
Essen und kamen gutgestimmt und voller Freude auf unsere
Tiere wieder nach Hause. Inzwischen hatte sich ein fürchterlicher
Rückschlag eingestellt - Filou hatte das Köpfchen ganz
schief und drehte sich voller Panik um ihre eigene
Achse. Ein trauriges, grausames Bild. Am folgenden
Sonntag-Morgen waren wir wieder beim Tierarzt.
Die kommende Woche war für uns alle schwer. Ständig
(auch nachts) waren wir in kurzen Abständen bei unserem
kleinen Schatz, um nach ihr zu schauen. Sie fraß
normal, sogar sehr ordentlich, und trank Wasser aus der
angereichten Flasche. Wir waren voller Hoffnung, auch
nach einer Menge Internet-Lektüre über die Krankheit,
so lange Filou fraß und leben wollte, wollten auch wir
genauso kämpfen wie unsere Kleine! Und sie kämpfte
einen sehr tapferen Kaninchen-Kampf.
Am Samstag, dem 1.10.05, fing der Tag noch völlig
normal an, doch ab dem Nachmittag wollte Filou nichts
mehr an Nahrung zu sich nehmen. Kein Fenchel, keine
Trockenkräuter, gar nichts. Am späten Abend hatten wir
beide den Eindruck, Filou hatte nun aufgegeben und
wollte nur noch in Ruhe sterben. Sie strömte eine ungewöhnliche
Ruhe aus und lag auch entspannter als sonst in ihrem
kleinen Kranken-Nest.
Nach dem letzten Streicheln war uns beiden klar, dass
das unser Abschied von unserer kleinen Maus war - schon
beim ersten nächtlichen Nachschauen gegen 0.00 Uhr
hatte sie es geschafft. Filou war friedlich
eingeschlafen.
Wir sind froh, dass sie selbst diese Entscheidung
getroffen hat. Sie wollte nicht mehr länger kämpfen.
Wir hatten eine sehr schwere Woche, haben tapfer mit ihr
zusammen gekämpft und haben ihr noch mal all unsere
Liebe und Zuneigung gegeben. Und so wie unsere kleine
Filou immer gewesen ist, hat sie uns genau diese Liebe
auch zurückgegeben.
Vor einer Stunde haben wir unseren kleinen
Kaninchen-Schatz begraben. Tränen haben wir bald keine
mehr. Noch größer als die Trauer ist allerdings das
große Glück, dass wir dieses liebe, einzigartige Tier
mehr als 2 Jahre bei uns haben durften. Filou hat uns so
viel gegeben. Mit ihr ist ein leuchtender, strahlender
Stern an unserem Lebenshimmel verloschen. Nun haben wir
ihr versprochen, uns gut um ihren Freund Paul zu kümmern,
der nun ganz einsam in seinem Zimmer sitzt und immer
noch auf seine Filou wartet. Eines ist auch ganz sicher
- unsere Filou ist durch nichts zu ersetzen.

Mein Kaninchen Bumsti war
sein ganzes Leben lang (4.5 Jahre) kerngesund. Er war
aufgeweckt und rundum zufrieden, lief immer frei in
Haus und Garten herum, kam, wenn man ihn rief – ein
Sonnenschein.
Am 15.9.2005 passierte es aus heiterem Himmel: ich
fand ihn morgens mit starkem Augenrollen und schiefem
Kopf apathisch in seinem Käfig liegen. Am Vortag war
ein noch topfit! Bumsti schien keine
Orientierung/Gleichgewicht mehr zu haben, er schwankte
ohne Koordination herum, verkrampfte sich immer wieder
und rollte dabei auf eine Seite.
Es folgen nun einige mails an Caroline und Sabine, –
sie beschreiben, wie furchtbar uns diese Krankheit
getroffen hat.
15.9.2005
Sofort heulend zum Tierarzt Nr.1 - nachdem Ohrenentzündung,
Schnupfen, Parasiten sowie eine Verletzung
ausgeschlossen wurde, lautete die Diagnose
Schlaganfall. Bumsti bekam Antibiotika und Vitamine
als Infusion.
Am 2. Tag wurde diese Behandlung fortgesetzt, und ich
sollte eine Kotprobe von ihm abgeben. Hatte inzw.
stundelang im Netz gesucht Infos gesucht, aber meine
Verdacht, dass es sich ja auch um Enzephalitozoonose
cuniculi handeln könnte wurde nicht ernst genommen
(Zitat: "man kann den Virus durch
Blutuntersuchung nicht nachweisen").
Am 3. Tag lautete die entgültige Diagnose von
Tierarzt 2 (aus der selben Praxis): Kokzidien (Zitat:
"Ich habe Kokzidien gefunden, also müssen wir
die auch behandeln!") - ich sollte ihm täglich
ein spezielles Antibiotika dagegen in den Mund
spritzen. Da seine Symptome mit Kokzidien (er hat
keinen Durchfall, problemlose Verdauung) für meine
Begriffe in keinerlei Zusammenhang stehen, habe ich in
Panik eine andere Tierklinik aufgesucht - Tierarzt 3
und 4 bestätigten diese Vermutung, hatten von E.
cuniculi zwar auch noch nicht wirklich etwas gehört,
aber leiteten auf mein Drängen die von Dr. Birgit
Drescher empfohlene Therapie (Chloramphenicol, Panacur,
Kortison, Vitamin B-Komplex) ein - zumindest dachte
ich das.
27.9.2005
Vor 4 Tagen der nächste Hammer. Zufällig kam ich
darauf, dass Bumsti viel geringere Dosierungen als
empfohlen bekommt!
Ist das zu fassen??? Mein Vertrauen in Ärzte ist
nicht mehr vorhanden - ich suche stundenlang ALLE
Infos, erkläre ihnen, was zu tun ist, und dann machen
sie erst recht alles falsch! Zitat Tierarzt 4:
"Ich hab momentan nicht die Zeit, mich genauer
mit dem Fall auseinanderzusetzen." Bin so wütend
und fassungslos! Ich kämpfe und kämpfe seit 2
Wochen, und immer wieder komm ich auf ärztl.
Inkompetenz drauf.
Bumsti`s Zustand hat sich anfangs leicht gebessert
(kein Nystagmus mehr) heute, nach 10 Behandlungstagen
ist alles relativ gleichbleibend, noch recht wackelig
und "nur" mehr Torticollis - wenn er Stress
hat, fällt er um und verkrampft. Er ist immer im Käfig,
ruht viel, guter Appetit, gute Verdauung, scheint
keine Schmerzen zu haben, starker Lebenswille. Bisher
haben wir keine entgültige 100%ige Diagnose, da
leider kein Tierarzt eine Blutuntersuchung durchführen
wollte.
Was ratet ihr mir zu tun? Diese Behandlung fortführen?
Die Dosierungen erhöhen? Ich lieb meinen kleinen
Gauner so unendlich - jeder, der sowas schon mal
mitgemacht hat, weiß, wie zermürbend das alles
ist.. Rund-um- die Uhr-Betreuung, täglich zum
Tierarzt, Tage und Nächte im Netz nach Infos
suchen, kaum Schlaf... Hab gestern noch rund 20
"kaninchenerfahrenen" Ärzten gemailt -
haben schon welche geantwortet - werde heute zu Arzt
Nr. 5 fahren...
30.9.05:
Gestern wieder in neuer Tierklinik mit
kaninchenerfahrenen Ärztinnen, Mega-Programm inkl.
Röntgen (wegen eventueller Ohrenentzündung),
Blutabnahmen (für Nierenwerte und allg.) und
Kochsalzlösung-Infusion. Bumsti bekommt eine
Tapferkeitsmedaille !!!!!
E. cuniculi ist wohl zu 90% sicher, könnte aber
auch eine Innenohrentzündung sein. Das ist manchmal
extrem kompliziert, z.B. wenn diese Bakterien von
Pasteurella multocida ohne Schnupfensymtome in die
Gehörgänge wandern und dort den Gleichgewichtssinn
angreifen.
AB wurde jetzt gewechselt auf " Marbocyl FD
1%" 1,5 ml pro tag; wir vermuten, dass Bumsti
aufgrund der zu niedrigen Dosierung am Anfang
resistent dagegen geworden ist.
Ich bete, dass das Marbocyl anschlägt, sein Zustand
ist nach wie vor unverändert...
Noch eine Frage: kann man eine Innenohrentzündung
am Röntgenbild sehen? Wenigstens sollte dieses AB
beide mögliche Ursachen bekämpfen...
Ich werde langsam aber sicher wahnsinnig,
mittlerweile sind es genau 2 Wochen und außer, dass
das Augenrollen weg ist, hat sich nix verbessert.
Zum Glück frißt er gut!
5.10.2005
Mit dem Marbocyl hat sich sein Zustand jetzt täglich
ein wenig verschlechtert (bekommt er seit 5 Tagen) -
werde schon heute früh in die Tierklinik fahren!!!
Bumstis Kopf ist jetzt bei fast 90 Grad und auch das
Gleichgewicht ist schlechter, er torkelt mehr und
kann deswegen kaum fressen. War unter
Chloramphenicol schon alles viel besser!!!
Augenzittern hat er zum Glück nicht. Besondere
Aufregungen gab`s die letzten Tage nicht (kein
Arztbesuch od. ähnliches), daran kann es nicht
liegen. Aber wenn Marbocyl mit Baytril (= nicht
gehirngängig) vergleichbar ist, wundert mich eh nix
mehr!
Ich seh jetzt 3 Möglichkeiten:
- wir steigen wieder auf Chloramphenicol in hoher
Dosierung um - wißt ihr, ob man das kann? Er hats
die ersten 15 Tage schon bekommen, können sich da
Resistenzen gebildet haben?
- Oxytetrazyklin: 3 Ärzte haben mir berichtet, dass
erst damit Besserung eingetreten ist... Meine Ärztin
meint, die Nebenwirkungen seien so stark, wißt ihr
dazu was? In meinen Augen kann man das bald vernachlässigen...
- Retacillin: falls es das bei uns gibt.. Hattet ihr
damit gute Erfolge bei e.c.?? Wie schaut`s mit
Nebenwirkungen aus - vertragen das alle Nins? (bei
Menschen gibts ja die Penicillin Allergie..)
6.10.2005
Nachdem die momentan behandelnden Ärzte Bumsti ein
Tetrazyklin verschrieben haben, und ich zum Glück
rechtzeitig draufgekommen bin, dass es wohl nicht
gehirngängig ist, neuerliche Verzweiflung. Ich
stehe vor der schweren Entscheidung, ihm entweder
ein anderes Antibiotikum geben zu lassen oder auf
Penicillin zu setzen, dass mir von Caroline und
Sabine empfohlen wurde. Tendiere immer mehr zu
Penicillin, schließlich haben die beiden schon
etliche Kaninchen damit durchgebracht. Nach einem
Telefonat mit einem Arzt der Veterinär-Uni-Klinik
in Wien erneut totale Ratlosigkeit: er riet mir
dringend davon ab, da im deutschsprachigen Raum
keine Studien zum Thema e.c. und Penicillin
vorliegen und es angeblich sehr schlecht vertragen
wird. Bin komplett durch den Wind, aber es muss eine
Entscheidung getroffen werden, da Bumstis Zustand
sehr schlecht ist. Er liegt inzwischen nur mehr
apathisch und schwer atmend da – es könnte jede
Minute vorbei sein.
Ich beschließe, der Praxiserfahrung von zahlreichen
Kaninchenbesitzern mehr zu vertrauen als dem
momentanen Stand der Wissenschaft und fahre in eine
neue Tierklinik, deren Arzt ( fürs Protokoll:
Nummer 7) bereit ist, mit uns die Penicillin
Therapie durchzuziehen
Er ist auch der Meinung, dass ein
Herumexperimentieren mit einem 3. AB keinen Sinn
macht - morgen fängt also die Benzathin -
Benzylpenicillin Behandlung an. Jeden 2. Tag eine
Injektion unter die Haut in einer Dosierung von
70.000 Einheiten pro kg Körpergewicht. Brauche außerdem
noch Einschulung fürs Spritzen geben – hab davor
ziemlich Nervenflattern...
Es gibt nichts mehr zu verlieren!
3.11.2005
Bumsti geht es sehr gut, er verträgt das Penicillin
nach bald 1-monatiger Behandlung problemlos, ist
ziemlich aufgeweckt und neugierig. Kein Durchfall,
großer Appetit, er ist aktiver im Vergleich zu den
vorigen Wochen und der Kopf eine Spur gerader! Jeden
Tag gibt es einen kleinen Fortschritt wie z.b Putzen
der Hinterläufer ohne umzufallen, alleine in den Käfig
rein und wieder raus usw.
Hoffe, es geht weiter so bergauf !!!
Das Panacur habe ich ihm 5 Wochen lang gegeben,
jetzt bekommt er nur mehr Penicillin, Vitaminsaft
oral und ein mit bird bene bac vergleichbares
Produkt tägl.
Außerdem hab ich ihm, da er ja leider nicht wie
sonst in der Wohnung herumhoppeln kann, einen
riesigen Super-Luxus-Käfig besorgt, in dem er sich
sehr wohl fühlt, und genug Platz für Bewegung hat.
Waren mittlerweile seit 1 Monat bei keinem Tierarzt
mehr - ein Umstand, der Bumsti irrsinnig gut tut!
Bei e.c. spielt Stress ja eine große Rolle, man
kann noch immer sehen, wie es ihm z.B. bei der
Medikation etwas schlechter geht.. Zum Glück erholt
er sich aber auch immer schneller. Die ersten Wochen
der Krankheit mit fast tägl. Tierarztbesuchen müssen
für Bumsti die Hölle gewesen sein - würde das mit
meinem jetzigen Wissenstand ganz anders machen...
Dann hätten wir uns auch diese Ärzteodysee mit
insgesamt 7 (!!!!) Tierärzten erspart.. Aber diese
Krankheit trifft einen wie ein Hammer, und beim
ersten Mal ist wohl jeder komplett überfordert..
Ein paar Tipps für alle Betroffenen:
- Das ALLERWICHTIGSTE ist auf jeden Fall sofort
einen kaninchenerfahrenen Tierarzt zu finden, damit
ihr euch und dem Tier unnötiges Leid erspart...
Nach diesem ganzen Theater mit den unfähigen Ärzten
könnte ich ein Buch schreiben - es ist
schockierend, mit welcher Inkompetenz ich da größtenteils
konfrontiert wurde. Ich fürchte ja, dass noch immer
häufig die Fehldiagnose „Schlaganfall“
getroffen wird und viele Kaninchen aufgrund falscher
Medikation versterben.
- Versucht irgendwie Ruhe zu bewahren – euer
Kaninchen nimmt alles wahr und Stress verschlimmert
seinen Zustand! Anfangs lassen sich Tierarztbesuche
nicht vermeiden, aber versucht unbedingt, die
Medikation (auch Injektionen) zu Hause durchzuführen!
- Bei e.c. Symptomen unbedingt auf Bluttest bestehen
und SOFORT die von B. Drescher empfohlene Therapie
einleiten!
- Geeignete Antibiotika sind nach meiner Erfahrung:
Chloramphenicol, Oxytetrazyklin und in schweren Fällen
ein Benzylpenicillin. Idealerweise alles per
Injektion, wird meist besser vertragen als oral
(Durchfallgefahr) Von Marbocyl bzw. Baytril rate ich
ab, Bumstis Zustand hat sich damit verschlechtert.
- Kortison nur am Anfang und keinesfalls täglich!
Gefahr von Magengeschwüren...
- Verbringt viel Zeit mit eurem Patienten; gebt ihm
alle Kraft und Liebe, die ihr habt! Aber ganz
wichtig sind auch Ruhephasen, die Tiere brauchen
viel Schlaf!
- Glaubt nicht alles, was euch die Ärzte erzählen,
die sind leider nicht immer am aktuellsten
Wissenstand! Sucht selber nach Infos im Netz, setzt
euch mit erfahrenen Kaninchenhaltern in Verbindung
– die haben oft viel mehr Erfahrung als Ärzte!
Praxis vor Theorie!!! (an dieser Stelle möchte ich
mich noch mal bei Caroline, Sabine und den Mädels
vom Kaninchenforum bedanken – ohne eure Hilfe hätten
wir es nie geschafft!)
- Niemals aufgeben, kämpfen und durchhalten!!!
Wir werden hoffentlich am 31. Dezember Bumsti`s 5.
Geburtstag feiern können. Er ist mittlerweile
stabil, hat wie durch ein Wunder die teilweise
komplett falschen Behandlungen überlebt. Er wirkt
lebensfroh, ist neugierig und lernt langsam, mit den
neuen Gegebenheiten (schiefer Kopf und Linksdrall)
umzugehen. Nach 2 Monaten voller Höhen und vor
allem Tiefen bin ich nun für jeden neuen Tag mit
meinem Süßen dankbar.
Den kleinen Hasen holten wir uns 1998 von einem
sogenannten Züchter raus. Bis 2003 war er ein
aufgewecktes Kerlchen nur Unsinn im Kopf, aber
irgendwann hörte er auf zu fressen, kein Löwenzahn
mehr (dafür gibt er seine letzte Pfote), keinen Klee
mehr, nur noch ein bißchen Kopfsalat.Nach einer Woche
gingen wir zu einem Tierarzt, dort hieß es: kein
Befund keine Ahnung was er hat, toll einfach super. Ab
nach Hause allerlei Kräuter gesammelt und für 20 DM
sämtliche Leckerlies gekauft damit er nicht
verhungert. Gegessen hat er wie eine kleine Feldmaus.
Nach einer weiteren Woche fuhren wir in eine
Tierklinik, hier wurde eine Zahnfehlstellung
festgestellt ist doch klar, mit einem Backenzahn, der
in die Wange sticht, kann man nichts futtern. Die Ärztin
riet uns zur Zwangsernährung, damit er wieder normal
frißt. Nach 2 Tagen ging es ihm wieder besser.
Zumindest nahm er so viel Nahrung auf, damit er nicht
mehr abnahm. Und alle 3 Monate zum Zähneschleifen. Im
Winter diesen Jahres wurde seine kleine Spitzmaus
krank, ging rasend schnell nach nur 2 Wochen mußten
wir sie einschläfern lassen. Ein großer Verlust
nicht nur für unser Häschen. Obwohl wir einen Tag später
einen Ersatz gefunden haben, ging es mit dem Kleinen
Mann bergab. Zuerst schoben wir es auf den Verlust des
Partners, waren ja auch jahrelang zusammen und es war
auch Liebe auf den ersten Blick. Nach gerade 24
Stunden konnten wir die beiden zusammenlassen, die
schmusten sofort miteinander. Mit der jetztigen Maus
versteht er sich auch, aber das hat doch drei Wochen
gedauert, bis sie zu streiten aufhörten. Vor drei
Monaten ging es dann recht rasant mit der Krankheit.
An einem Sonntag sitzt er hinten im Eck, zitterte wie
ein Kuhschwanz und hatte massive Blähungen. Ab auf
die Wärmflasche und zum Doktor, dort wurde ihm
Schmerzmittel, Vitamine und Entkrampfungsmittel
gespritzt.
Darauf ging es ihm wieder gut, aber der Schein trügt.
Nach wiederum einer Woche kam ich von der Arbeit nach
Hause und was mußte ich feststellen? Da war sein Kopf
schief und er hatte beim Laufen einen Rechtsdrall. Und
wieder in die Tierklinik. Dort wurde er sofort geröntgt,
Blut abgenommen und Kot untersucht. Und siehe da
endlich eine Diagnose. Der Virus ist ausgebrochen und
hat das Gehirn schon angegriffen. Darum die
Schlafkrankheit und die Futterverweigerung. Er bekam
gleiche eine Ladung Panacur, Baytril, Vitamin C,
Vitamin B und eine warme Kochsalzlösung um ihn aufzuwärmen.
Wieviel kann ich gar nicht sagen, die Ärztin meinte
entweder hop oder top, die Medikamente würden für
einen großen Hasen reichen, würde das aber nicht zu
viel sein für unser kleines klapperdürres Häschen?
Aber weit gefehlt, die Medikamente wecken sogar Tote
auf. Am nächsten Tag mußte er schon seine Mausi ärgern.
Zwangsernähren mußte ich ihn schon, damit der Darm
wieder auf Vordermann kommt. Alle 2 Stunden bekam er
Obst mit Zwieback und im Pfirsichsaft eingeweichtes
Trockenfutter. Er wehrte sich wohl mit all seiner
Kraft aber das war mir im diesem Fall wurscht, er mußte
schließlich was essen. Dazu bekam er noch
Kombivitamine und 40 mg Vitamin C extra. Nach dem
dritten Tag hatte er die Nase voll und fraß
wieder
selbstständig. Reingehauen hat er wie ein
Scheunendrescher. Die Medizin Panacur und Baytril gab
ich ihm noch 15 Tage lang. Die Kombivitamine bekommt
er heute noch, auch wenn er sagt er brauche das Zeug
nicht mehr. Ich hoffe das es überstanden ist. Außer
seinem Schlappohr ist nichts mehr geblieben, außer daß
er
noch sturer geworden ist. Ein richtiger Niederbayer
halt, aber manchmal vergisst er daß ich auch einer
bin.
Beim ersten Auftreten der Krankheit habe ich
(nichtswissend) diese auch nicht ernst genommen. Vom
Tierarzt gab es weder Aufklärung, noch Hinweise dazu.
Er empfahl uns unbedingt eine Trennung des Pärchens
und Haltung des erkrankten Tiers in einem
abgedunkeltem Raum. Der Arme, das hat ihn bestimmt nur
noch mehr beunruhigt, deshalb gab es auch nach 3 Tagen
noch keine Anzeichen der Besserung. Erst am 5. Tag
konnte er die Hinterläufe wieder einsetzen, das war
eine Freude. Ich habe wirklich jeden Tag weinend vor
dem Gehege gesessen, mein Freund musste ihn füttern
und spritzen. Ich konnte meinen Schatz einfach nicht
da sitzen sehen, völlig unfähig sich zu bewegen, er
wusste doch selbst gar nicht was plötzlich mit ihm
los war.
Als mein Süßer nach einem halben Jahr erneut Lähmungserscheinungen
hatte und sämtliche Lebenslust aus ihm gewichen war,
habe ich sofort den Tierarzt gewechselt. Dort bekam
ich auch erstmals zusätzlich zum Antibiotikum ein
Wurmmittel und hilfreiche Tips zur Krankheit. Habe
meine Ninis auch zusammen gelassen, diesmal war er
viel schneller wieder heile. Aber es ist ein absolutes
Sche...gefühl, immer in der Angst zu leben, die
Krankheit bricht wieder aus und man ist einmal nicht
schnell genug um sofort Maßnahmen einzuleiten...
Eure Seite hilft wirklich sehr viel weiter. Danke!
Sonntag morgens im Sommer 2005 saß Eowyn morgens
apathisch im Gehege. Als ich die Tür öffnete, fiel
sie ohne die Stütze sofort um und kullerte immer im
Kreis umher. Zudem war der Kopf um etwa 45° geneigt.
Wir haben sofort die TÄ verständigt und sind mit ihr
vorbeigefahren. Aufgrund der Symptome und nach einer
negativ verlaufenden Untersuchung der Ohren auf Entzündung
hin, waren wir uns relativ sicher, dass die Kleine E.c.
hat. Letzte Gewissheit sollte eine Laboruntersuchung
bringen, doch wir begannen sofort mit Antibiotikum und
Panacur für sie und die anderen Tiere. Zudem bekam
sie täglich Baytril von mir verabreicht. Die
Laboruntersuchung brachte Gewissheit, doch zum Glück
haben wir relativ rasch nach etwa 2 Wochen den
schiefen Kopf weg bekommen und auch der
Gleichgewichtssinn hat sich vollständig erholt. Die
restlichen 3 Kaninchen haben wir nicht testen lassen,
jedoch hat auch keines die Symptome gezeigt und wir
haben nach rund 3 Wochen alle wieder zusammen
gelassen.
Nach nun einem 3/4 Jahr bekommt sie noch wöchentlich
Vit-B-Komplex von mir, aber sie hatte keinen Anfall
mehr trotz einem stressigen Umzug zwischendurch und
nur noch beim Schlafen fällt ihr Kopf stark zur Seite
hin weg. Ansonsten fällt ihr schiefer Kopf kaum auf.

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